wurde,  legte  ihm  Blücher  freundlich  die  hand  auf  die  Schulter
und  sagte:  „Man  immer  munter  druff  los  gesungen!  Das
bringt  etwas  Feuer  unter  die  Leute!  Jetzt  muß  ein  jeder
singen,  wie  ihm  ums  herz  ist,  der  eine  mit  dem  Schnabel,  der
andre  mit  dem  Sabel.“

Der  preußische  General  von  Bülow  an  seine  Srau
über  das  siegreiche  Gefecht  bei  Möckern  (nächst  Magdeburg).
5.  April  1815.

Mit  Sreude  teile  ich  Dir  die  Nachricht  mit,  daß  wir  gestern
das  französische  KRorps  unter  dem  Dizekönig  von  Italien
angegriffen  und  geschlagen  haben.  Der  Erfolg  würde  noch
ganz  anders  gewesen  sein,  wenn  man  sich  nicht  so  sehr  übereilt
  und,  statt  gestern  nachmittag  anzugreifen,  den  heutigen
Morgen  erwartet  hätte,  wie  es  eigentlich  der  Graf  Wittgenstein
  lder  russische  Oberbefehlshaber!]  befohlen  .  .  Da  ich
weit  entfernt  war,  so  konnte  ich  nur  mit  meiner  ganzen  Kavallerie,
  der  reitenden  AKrtillerie  und  einem  Füsilierbataillon
herankommen.  Indessen  gelang  es  mir,  mit  diesem  dem  Feinde
gerade  in  den  Rücken  zu  kommen  und  ihn  da  anzugreifen,
wo  er  gar  nichts  erwartete.  —  Unsere  Truppen  fochten  mit
einer  unbeschreiblichen  Erbitterung.  Meine  Kavallerie  machte
eine  Linienattacke  auf  die  weit  stärkere  feindliche  und  warf
sie  völlig  über  den  haufen.  ZRuch  die  Krtillerie  wirkte  gewaltig,
  und  die  Derwirrung  des  Feindes  war  total.  hätte  ich
meine  Infanterie  herangehabt,  so  würde  ich  offenbar  3  Bataillons
  Infanterie,  die  abgeschnitten  waren,  gefangengenommen
  haben  «

Der  „tolle  Platen“  bei  Möckern.

Major  Platen,  damals  5ührer  der  lithauischen  Dragoner,  war
eine  wilde,  trotzige  Soldatennatur.  „Er  sehe  die  Pferde  so  gut  wie
die  Lithauer  als  seinesgleichen  an“,  hieß  es  von  ihm.  Kls  einmal
einer  Schwadron  ein  Angriff  mißglückte,  befahl  er,  auch  die  verfluchten
  Mähren  sollten  den  Tag  kein  Lutter  bekommen.

platen  hielt  In  seiner  originellen  Art  mit  brennender
Pfeife  an  seine  Dragoner  eine  kurze  nsprache,  die  mit  den
Worten  schloß:  „Auch  muß  ein  guter  Dragoner  die  Pfeife  noch
brennend  haben,  wenn  nach  der  Kttacke  Appell  geblasen  wird.“

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