Angelegenheiten  zu  verfügen.  Da  mußte  denn  einer  der  Sekretäre
  ebenso  schnell  sich  bequemen,  ein  neues  Rbe-Buch  für
den  König  von  Rom,  als  die  Stellungen  von  20  Brigaden
der  verschiedenen  Armeekorps,  die  ihm  alle  bekannt  waren,
nachzuschreiben.  Für  diejenigen,  welchen  der  Susammenhang
des  Ganzen,  dessen  Entstehung  und  fernere  Bestimmung  weniger
  als  dem  Bildner  einleuchtete,  war  das  freilich  ein  schweres
Geschäft,  doch  die  Gewöhnung  erleichtert  das  schwierigste
Tagewerk,  sie  lebten  immerfort  in  der  Sphäre  dieses  hundert.
fache  Ideen  aussprühenden  Eeistes  und  waren  gewissermaßen
die  Leit=  oder  Derbindungsfäden  mit  den  Sivil-  und  Kriegskanzleien
  des  Herzogs  von  Bassano  (Maret),  des  DPrinzen
von  Neuchätel  (Berthier),  sowie  alle  der  verschiedenen  Behörden
  in  Frankreich,  an  welche  Uapoleons  Befehle  unmittelbar
  ergingen

Sollte  der  Gegenstand  einmal  zum  Vortrag  bei  ihm  gelangen,
  oder  hatte  er  etwas  genehmigt,  so  konnte  man  nach
wenigen  Uagen  auf  die  Kusfertigung  des  Beschlusses  bauen.

Es  ging  so  weit,  daß  sich  bei  Geschäften,  die  durch  mehrere
Bureaus  liefen,  der  Tag  bestimmen  ließ,  indem  sie  an  diesem
oder  jenem  vollzogen  sein  mußten  .  .  .  Es  gab  Monmente,
wo  alles  in  einer  dumpfen  Erwartung,  in  einer  bedeutungs.
vollen  Stille  war,  wo  entweder  die  kaiserliche  Ungnade  sich
versinnlicht  hatte  oder  noch  ein  Unwetter  im  Anzuge  schien.
Klle  lauerten  dann  auf  den  Zufbruch  und  blieben  vielleicht
halbe  Tage  lang  in  dieser  bedrückenden  Lage.  So  wollen  es
aber  die  Franzosen  haben;  das  Angenehme  einer  gemessenen
Beschäftigung  kennen  wenige.

Zu  der  Fortschaffung  der  unentbehrlichsten  geographischen
Dilfsmittel  waren  zwei  Thasseurs  der  Garde  zu  Pferde  bestimmt,
  welche  „Chasseurs  du  portefeuille“  hießen.  Sie  wurden
  jedesmal  von  dem  wachthabenden  Offiziere  der  Chasseurgarde
  zu  diesem  Ehrenposten  ausgesetzt,  und  der  Aide  de
camp  de  service  (Kdjutant  vom  Dienst)  übergab  ihnen  die
ehrwürdige  lederne  Brieftasche.  Sie  folgten  unmittelbar  den
Kdjutanten  oder  den  nächsten  Umgebungen  Napoleons,  er
mochte  zu  Wagen  oder  zu  Pferde  sein;  und  eingedenk  ihrer

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