Handbibliothek  konnte  man  sich  da  bereichern,  wenn  es  sonst
Seit  und  Umstände  gestatteten;  denn  gab  es  keine  neuen  Seitungen
  und  Tageblätter  mehr,  so  enthielten  die  Seiten—
taschen  neuere,  in  Paris  erschienene  Schriften,  selbst  Romane,
ziemlich  beleibt,  aber  bloß  geheftet,  und  diese  vergnügten
dann  sehr  unvollständig  den  nach  geistigem  Genuß  strebenden
Sinn  Uapoleons;  es  wurden  also  auch  diese  Unglücklichen,
wenn  ihm  der  Inhalt  der  ersten  Seiten  nicht  zusagte,  über
Bord  geworfen.  .  .

Das  Streben  und  Arbeiten  einer  unruhigen  Seele,  das
im  wechselnden  Ungestüm  und  den  immerwährenden  Beschäftigungen
  des  Krieges  seinen  süßesten  Genuß  findet,  verscheuchte
jeden  Gedanken  an  die  regelmäßige  Beobachtung  der  rbeitsstunden.
  Alles  was  im  hauptquartier  vorfiel,  geschah  überraschend,
  und  doch  mußte  jeder,  auf  der  Stelle,  zum  Dienste
bereit  sein.  —  Ungewöhnliche  Ruhezeiten  und  nicht  erwarteter
  Kufbruch,  Hbänderung  der  bestimmten  Stunde  und  sehr
oft  auch  der  Wege  und  Quartiere  folgten  eines  dem  andern
Die  eschäfte,  die  eingehenden  Meldungen,  die  ankommenden
Eilboten,  waren  die  Uhr,  nach  der  Napoleon  seine  Seit  einteilte.
  Man  hat  ehedem,  ganz  zur  Ungebühr,  geglaubt,  daß
er  andere  für  sich  arbeiten  lasse.  Im  Gegenteile  gingen  die
hauptentwürfe  zu  allen  Operationen  von  ihm  allein  aus;
Berthier  durfte  vielleicht  nur  Bemerkungen  hinwerfen,  hatte
aber  die  weitere  Ausführung  der  Kommando-ngelegenheiten
über  sich.  Sehr  oft  verzog  sich  der  Kufbruch  um  mehrere
Stunden  oder  halbe  Uage,  und  an  das  letzte  Wort,  welches
Napoleon  in  seinem  Kabinett  diktierte,  reihte  sich  der  trockene
Befehl:  la  voiture!  à  cheval!  und,  wie  durch  einen  elektrischen
  Schlag,  setzte  sich  nun  alles,  was  folgen  mußte,  in  Bewegung.
  In  diesem  Zugenblick  erfuhr  man  erst,  welcher
Weg  genommen  werden  sollte.  Der  Eroßstallmeister,  oder,
wenn  dieser  versandt  war,  ein  Stallmeister,  ritt  zur  Rechten
des  Wagens;  der  General  Guyot,  oder  der  ihm  im  Range  zunächst
  folgende  Offizier  zur  Linken,  die  diensthabenden  RKdjutanten,
  Stallmeister,  Ordonnanzoffiziere,  Pagen,  ein  paar
handpferde  für  Mapoleon  und  Berthier,  Rustan  [Uapoleons

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