Man  kennt  aus  den  vielen  Kupfern  und  Gemälden  Uapoleons
  einfachen,  aber  reinlichen  Anzug  so  genau,  daß  es
überflüssig  wäre,  davon  zu  sprechen.  Ich  erwähne  hier  nur,
daß  es  irrig  ist,  wenn  man  glaubt,  daß  er  in  der  Schlacht  allemal
  seinen  grauen  Uberrock,  aus  Kberglauben  oder  um  sich
unkenntlich  zu  machen,  angezogen  habe.  An  warmen  oder
schönen  Tagen  trug  er,  auch  bei  Gefechten,  seine  gewöhnliche
grüne  Uniform  mit  rotem  Kragen,  und  den  Stern  der  Ehrenlegion;
  bei  kühlem  und  nassem  Wetter  über  dieser  den  weltbekannten
  grauen  Überrock.

An  seinem  leburtstage  erschien  er  bei  der  großen  PDarade
in  der  großen  Uniform  seiner  Garde,  blau  und  rot,  mit
goldener  Stickerei;  außerdem  einen  Tag  wie  den  andern  im
oben  erwähnten  AEnzuge

Ebenso  war  Uapoleon  nicht  kaiserlich  beritten.  Ohngefähr
acht  bis  neun  Pferde  hatte  er  zu  seinem  eigentümlichen  Gebrauch,
  deren  edelstes  und  bestes  eine  Falbe  von  arabischer  Ab—
kunft  mit  schwarzem  Schweif  und  Mähne  war.  Mancher
Offizier  würde  sich  geschämt  haben,  die  übrigen  zu  reiten;
sie  waren  klein  und  unansehnlich,  aber  bequem  und  sicher,
größtenteils  Langschweife  und  hengste.  Am  gewöhnlichsten  hatte
er  noch,  außer  den  Falben,  zwei  Füchse  und  zwei  Schimmel.

Er  ließ  sein  Pferd  einen  nachlässigen  Schritt  oder  kurzen
Trab  gehen  und  hing  nachdenkend  darauf.  Dieses  war  gewöhnt,
  den  beiden  Chasseurs  oder  Ordonnanzoffizieren  zu
folgen,  welche  vorauszogen.  Am  liebsten  ritt  er  querfeldein,
ohne  daß  jemand  wußte,  wohin  .  Er  ritt  so  gern  auf  Nebenwegen
  und  Fußsteigen,  daß  er  manchmal  in  Gebirgsgegenden
und  Gründen  absteigen  mußte.  Es  war  ihm  allemal  unangenehm,
  wenn  er  von  hindernissen  oder  Schwierigkeiten  hörte.
„On  ne  peut  pas?"  sagte  Uapoleon,  spöttisch  lachend,  und
ließ  gemeiniglich  nicht  eher  von  einem  VDorsatze  ab,  bis  er
sich  selbst  überzeugt  hatte.  An  denjenigen  Orten,  die  ihm
durch  irgendeinen  Derlust  unangenehm  oder  verhaßt  geworden
waren,  eilte  er  im  starken  Train  de  Chasse  vorüber.  Namentlich
  habe  ich  dies  auf  dem  Rückweg  durch  Haynau,  wo  die
beiden  Bataillone  unter  Uey  aufgerieben  worden  waren;  bei

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