nur  einen  achtzigjährigen  Mann  und  begegnete  nachher  dem
blutig  und  jubelnd  zurückkehrenden  Bauernvolk.  —  Man
erzählt,  daß  vor  kurzem  in  einem  kleinen  Städtchen  alle
Männer  auf  die  Sturmglocke  ausgezogen  waren,  außer  zweien,
und  daß  die  Frauen  sich  zusammengerottet  und  die  Surückgebliebenen
  zum  Tor  hinausgejagt  haben.

Der  Lützower  Friedrich  Förster  an  seine  Schwester:
Im  Biwak  bei  Merseburg,  20.  Kpril  1813.

Den  11.  Hpril  .  war  der  Uag  meines  ZKusmarsches  aus
Dresden.  O,  es  ist  ein  herrliches  Leben,  dies  Soldatenleben;
ich  begreife  es  nicht,  wie  es  irgendein  Mensch  am  Schreibtisch
und  hinter  dem  Ofen  aushalten  kann.  .  .  .  Und  welche  innere
Umwandlung  des  ganzen  Menschen  hat  dieser  Kuszug  für
Freiheit  und  Vaterland  in  allen  bewirkt!  Du  würdest  sie
kaum  wiedererkennen,  diese  alten  Renommisten  aus  Jena  und
halle,  die  sonst  ihren  Ruhm  darein  setzten,  soundso  viele
Kannen  Bier  auszutrinken,  soundso  vielmal  sich  geschlagen,
soundso  vielmal  dem  Rektor  die  Fenster  eingeworfen  zu  haben.
Sie  stehen  jetzt  in  Reih  und  Elied,  parieren  auf  das  Kommando,
  und  unser  ganzes  Dasein  hat  eine  Weihe  erhalten,  von
der  wir  vordem  keine  Khnung  hatten.  Dabei  geht  es  lustig,
ja  oft  toll  genug  in  unserem  Lager  her.  Wir  singen  unsere
alten  Burschenlieder  „auf  der  goldnen  Freiheit  Wohl“  noch
immer;  aber  wenn  wir  jetzt  bei  dem  Landesvater  die  Mützen
auf  die  Degen  stecken,  hat  das  einen  anderen  Sinn  als  früher
auf  dem  faulen  Pelze  zu  Heidelberg  oder  bei  der  Wahl  eines
Bürgermeisters  zu  Lichtenhain.  —

Von  meinem  ersten  Marsch  muß  ich  Dir  auch  noch  einiges
erzählen.  Ich  war  einer  Kompagnie  zugeteilt,  welche  ein  ehrwürdiger
  Drofessor  aus  Berlin,  namens  Markwart,  nicht  als
hauptmann,  sondern  als  Heldwebel  führt;  Offiziere  sollen
wir  später  uns  selbst  wählen,  wenn  wir  erst  gesehen  haben,
wer  am  feuerfestesten  sein  wirdd

Wir  hatten  eben  unsern  Morgengesang  vor  dem  Gasthof,
in  welchem  unser  Feldwebel  in  Quartier  lag,  beendigt,  als
ich  einen  Mann  in  eine  Extrapost  einsteigen  sah,  dessen  Süge

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