ist  die  uhrsach  meine  ville  gescheffte  und  ein  verdammtes  Siber
gewesen,  nun  bin  ich  es  Gott  sey  Dank  loß  und  befinde  mich
wider  wohl  mein  alter  Horlach  [Blüchers  Arztl  hat  mich
davon  befreit.  —  Du  wirst  dich  wundern  bis  jetzt  so  wenig
in  den  Seittungen  vom  Blücher'schen  Corps  gelesen  zu  haben,
aber  meine  krankheit  und  die  noch  zurückstehenden  Russen  wahren
  Schuld  daß  ich  nicht  sowie  ich  wohl  wollte  agiren  konnte,
indessen  sind  doch  schon  7  Canonen  und  über  1000  man  in
meine  Hende  gerathen  .  .  .  ich  stehe  mit  dem  Printz  von  Echlingen
  [Marschall  Uey,  herzog  von  Elchingen]  der  die  Französische
  armeh  Comandirt  5  Meillen  außeinander,  und  ballde
werden  wir  uns  näher  rücken.

GEneisenau  an  die  DPrinzessin  Luise  von  Dreußen.
Kltenburg,  23.  Kpril  1815.

..  Ich  habe  das  Elück,  meinem  alten  herrn  und  meinem
adoptierten  Daterlande  unter  mir  angenehmen  Derhältnissen
wieder  dienen  zu  dürfen.  Ich  bin  nie  so  hoch  beglückt  gewesen.
Die  Morgenröte  eines  schönen  Uages  erblickend,  lebe  ich  der
beseligenden  Überzeugung,  daß  wir  nicht  wieder  unterjocht
werden  können,  denn  die  gesamte  Nation  nimmt  teil  am
Kampf;  sie  hat  einen  großen  Charakter  entwickelt,  und  damit
ist  man  unüberwindlich  ..  Meinen  ältesten  Sohn  habe  ich
an  meiner  Seite,  um  den  Anfang  seines  öffentlichen  Lebens
an  eine  große  Begebenheit  zu  knüpfen.  Für  die  Meinigen  ist
gesorgt,  denn  ein  gerechter  herr  wird  sich  ihrer  annehmen,
falls  das  Schicksal  des  Krieges  über  mich  gebieten  sollte,  und
ich  scheide  dann  beruhigt  von  hier  in  dem  Dertrauen,  daß
wir  unsern  Enkeln  die  Unabhängigkeit  hinterlassen  werden.
—  Waos  dieses  Gefühl  an  Seligkeit  trübt,  ist,  daß  sie  nicht
mehr  unter  uns  lebt,  die  es  in  einem  so  hohen  Grade  geteilt
hätte,  unsere  Königin!  ..

Friedrich  Wilhelm  III.  und  Klexander  l.  in  Dresden.

Boyen  erzählt:  Ich  nahm  an  dem  den  24.  Kpril  in
Dresden  erfolgten  Einzuge  der  Souveräne  teil.  Der  größte
Teil  der  Einwohner  begrüßte  uns  freudig.  Die  Beamten  und
alle  Dersonen,  die  zur  Hofgesellschaft  gehörten,  befanden  sich

176