indes  bei  dem  Benehmen  ihres  Königs  in  einer  gespannten

Cage.  Dieselben  hielten  sich  zum  Teil  entfernt  von  uns  oder

strebten  nach  einer  Neutralität,  die  in  der  damaligen  Lage

unmöglich  war.  (von  Bonen,  Denkwürdigkeiten.)

Der  König  von  Dreußen  und  der  König  von  Sachsen
im  Kpril  1813.

Hriedrich  Kugust,  der  König  von  Sachsen,  war  am  25.  Februar
nach  Ssterreich  geflüchtet.

Boyen  erzählt:  Ich  glaube,  es  war  den  zweiten  Tag  unseres
  Kufenthaltes  in  Dresden,  als  ich  mich  nachmittags  in  der
Gemäldegalerie  befand,  wo  auch  bald  der  Uönig  eintrat,  und
indem  ich  mich  an  sein  Gefolge  anschloß,  die  Sammlung
besah,  während  um  den  Uönig  sich  die  Sahl  der  städtischen
  Suschauer  in  den  Sälen  immer  mehr  anhäufte.  Jeden
Augenblick  stießen  wir  bei  unseren  Wanderungen  auf  einen
leeren  Raum,  da  das  Bild,  welches  sonst  da  hing,  kürzlich
weggenommen  war.  Dies  kam  nur  zu  häufig  vor,  als  daß
es  nicht  dem  Nönig  auffallen  sollte,  und  nach  vielen  Komplimenten
  mußte  der  schon  etwas  in  Transpiration  geratene
Galerieinspektor  mit  den  zierlichsten  Redensarten  gestehen,
daß  man  aus  Dorsicht,  wegen  zu  besorgender  Kriegsereignisse,
die  wichtigsten  Gemälde  nach  dem  Uönigstein  gebracht  habe.
Dies  nahm  nun  der  Uönig  gewaltig  übel  und  sagte  ganz
laut:  „Es  ist  niemals  meine  Manier  gewesen,  anderen  ihr
PDrivateigentum  zu  nehmen,  und  es  ist  dies  eine  Beleidigung
meiner  Gesinnungen  und  der  des  Kaisers  von  Rußland,  doch
muß  man  sich  nicht  wundern,  der  König  von  Lachsen  hat,  wie
ich  es  zu  meinem  Schaden  erfahren  habe,  schon  lange  die  Grundsätze
  seines  Derbündeten  angenommen,  und  da  ist  ein  Mißtrauen
  wegen  verdienter  Repressalien  wohl  zu  erwarten.“

Die  zahlreichen  Suschauer  in  der  Galerie  schienen  über
diese  Kußerung  nicht  wenig  betreten  und  wußten  eigentlich
nicht  recht,  in  welche  Falten  sie  ihre  Gesichter  legen  sollten.

(von  Boyen,  Denkwürdigkeiten.)

Uärrischer  Dorschlag  an  den  Hreiherrn  vom  Stein
zur  Rettung  Europas.

Stein  war  mit  Arndt  im  Knfang  des  Kpril  1813  in  Dresden.
Ernst  Moritz  Arndt  erzählt:

12  Die  Pefrelung.  177