Uun  kam  in  Dresden  das  Gedränge  beider,  der  Wohlmeinenden

  und  der  Verrückten  .  ..  Es  liefen  da  die  wunderlichsten
  Dinge  ein.  So  schickte  unter  andern  ein  Drofessor
Hauff  oder  hauch  .  einen  Dlan  ein  zur  leichten  Serstörung

und  Überwindung  des  französischen  Heeres,  einen  ähnlichen
Plan  wie  der,  den  man  zu  Rostopschins  Seit  in  Moskau  ausgeheckt
  haben  soll.  Es  war  in  diesem  Entwurf  von  nichts
Geringerem  die  Rede  als  von  einem  magnetischen  Eisenkoloß
von  eigentümlichem  Bau,  der  vor  der  Fronte  des  deutschen
heeres  geführt  werden  und  alle  feindlichen  Kanonen-  und
Flintenkugeln  mit  unwiderstehlichem  Reiz  zu  sich  locken  solle,
so  daß  der  deutsche  Soldat  unverletzt  und  unverletzlich  unter
diesem  Schirm  dem  geinde  desto  mutiger  und  kräftiger  auf
den  Leib  rücken  könne.

(Arndt,  Erinnerungen  aus  dem  äußeren  Leben.)

Der  Freiherr  vom  Stein  und  seine  Kichte,  die

Gräfin  Senfft.  (April  1813.)

Das  hauptziel  des  Steinschen  Unmuts  war  und  blieb
Metternich,  und,  zunächst  auf  die  sächsischen  Angelegenheiten
bezogen,  der  sächsische  General  Freiherr  Langenau,  der  seinen
König  ins  Zusland  begleitet  hatte,  und  von  dem  Stein
meinte,  er  sei  ein  tätigstes  Organ,  das  König  Friedrich  Kugust
in  seiner  unglücklichen  napoleonischen  Dolitik  festhielt.

hier  erinnere  ich  mich  einer  kleinen  Kabbelei,  die  er  in
Dresden  nach  Uisch  einmal  mit  [dem  Präsidenten]  Schön  hatte.
In  seinem  Sorn  rief  er  da  über  Langenau  aus:  „Ich  hoffe,
wir  fangen  den  bösen,  listigen  Fuchs  noch  einmal,  dann  wollen
wir  ihn  andern  schlauen,  feigen  deutschen  Süchsen,  wie  brave
Jäger  seinen  Dettern  im  Walde  tun,  als  ein  deutsches  Seichen
der  Gegenwart  an  der  ersten  besten  Eiche  aufhängen.“  —
„Gut  das,“  erwiderte  Schön  ruhig  lächelnd,  „ich  will  Ihnen
beifallen,  aber  dann  erlauben  Sie  mir  auch,  daß  ich  Ihre
ichte,  die  Gräfin  Senfft,  in  das  erste  beste  Spinnhaus  stecke."“
Und  Stein  darauf:  „Zuch  das,  und  ich  gebe  Ihnen  ihren  Mann
als  Sugift  noch  obenein.“  Man  muß  wissen,  der  General  von
Langenau  war  Schöns  Schwager.  Stein  zürnte  aber  dem
Grafen  Senfft  sehr,  der  als  sächsischer  Minister  sehr  napoleoni-178

