narchen  hatten  sich  auf  einen  hügel  eine  Diertelmeile  von
Eroßgörschen  begeben,  von  wo  sie  das  Schlachtfeld  gut  übersehen
  konnten,  ohne  sich  der  Gefahr  zu  exponieren.  Dem
Kaiser  Klexander  aber  war  es  darum  zu  tun,  seinen  Mut
zu  zeigen,  weil  er  seit  Zusterlitz  nicht  mehr  vor  dem  Feinde
gewesen  und  damals  durch  die  Slucht  der  Seinen  mit  fortgerissen
  worden  war.  Er  begab  sich  daher  ohne  alle  Not
plötzlich  in  das  heftigste  Feuer,  so  daß  Wittgenstein  immer
nur  damit  beschäftigt  war,  ihn  wieder  glücklich  herauszubringen.
  Unterdessen  kommandierte  eigentlich  niemand  oder
vielmehr  jedermann:  der  Kaiser,  d'tuvray  lvom  russischen
Stabl,  Diebitsch,  Blücher,  Scharnhorst  (welche  beide  bald  verwundet
  wurden),  ja  selbst  die  Generaladjutanten  des  Kaisers,
—  am  allerwenigsten  aber  Wittgenstein,  der  gar  nicht  einmal
recht  wußte,  wie  die  Brigaden  und  Regimenter  standen.
So  geschah  es  denn,  daß  lauter  partielle  Angriffe  ohne  sSusammenhang
  stattfanden,  anstatt  daß  man  gleich  alle  haubitzen
  aus  der  Qrmee  zusammenzog  und  die  vor  der  Schlachtlinie
  liegenden  Dörfer  so  rasch  als  möglich  zerstörte,  um  dann
den  geind  mit  konzentrierter  Kraft  angreifen  zu  können.
So  aber  wurde  fast  nur  Bataillon  für  Bataillon  gegen  die
Dörfer  vorgeführt,  welches  Angriffssystem  natürlich  von  beiden
  Seiten  einen  großen  Derlust  nach  sich  zgg

Es  wurde  nun  an  dem  sogenannten  Monarchenhügel
seitens  der  Klliierten  beratschlagt,  was  weiter  zu  tun  sei,
und  ob  die  Schlacht  am  anderen  Morgen  fortgesetzt  werden
solle.  Kaiser  Klexander  hatte  große  Lust  dazu;  als  indessen
General  NDermoloff,  der  Chef  der  russischen  Krtillerie,  erklärte,
  daß  er  keine  Munition  mehr  habe,  wurde  der  Kaiser
zwar  sehr  ungehalten  darüber,  sah  indessen  doch  ein,  daß
nun  nichts  anderes  übrig  bleibe,  als  den  Rückzug  anzutreten.
  Infolgedessen  wurde  der  Befehl  sogleich  erteilt,  daß
fürs  erste  die  schwere  Krtillerie  und  die  Reserve  auf  Dresden
zurückgehen,  die  Armee  aber  die  Nacht  über  noch  auf  dem
Schlachtfelde  bleiben  solle.  —

Als  dieser  Entschluß  gefaßt  war,  hörte  ich  auf  einmal
einen  alten  preußischen  General,  welcher  den  Arm  in  einer

189