Binde  trug,  sich  sehr  dagegen  ereifern:  »Was!  All  das
Blut  soll  hier  umsonst  geflossen  sein!«  rief  er  aus.  »Nie  und
nimmermehr  gehe  ich  zurück,  sondern  noch  in  dieser  Nacht
werde  ich  die  Franzosen  zusammenhauen,  daß  sich  diejenigen
schämen  sollen,  die  das  Wort  Rückzug  ausgesprochen  haben  l#
In  der  Dunkelheit  vermochte  ich  den  Mann,  der  diese  Worte
ganz  laut  sprach,  so  daß  die  Monarchen  es  recht  gut  hören
konnten,  nicht  zu  erkennen  und  erkundigte  mich  daher,  wer
er  sei,  worauf  ich  die  Antwort  erhielt:  »Blücher!«  Ich  erzähle
  diese  Knekdote  als  einen  Beweis  dafür,  welche  ungemeine
  Lebenskraft  dieser  nun  bereits  70  jährige  Greis  noch
besaß;  denn  auch  er  war  schon  um  2  Uhr  (morgens)  von
Bötha  ausgeritten  und  bis  jetzt  —  abends  9  Uhr  —,  größtenteils
  zu  Pferde,  im  heißesten  Kampfe  geblieben;  überdies  war
er  schon  am  Mittag  im  Krm  verwundet  worden.  Demungeachtet
  plante  er  nach  10stündiger  Anstrengung  noch
einen  Kapallerieangriff,  welcher  auch  unter  dem  Obersten
von  Dolffs  von  der  preußischen  Reservekavallerie  wirklich  ausgeführt
  wurde,  indessen  insofern  keinen  großen  Erfolg  haben
konnte,  als  die  tiefe  Dunkelheit  und  ein  fataler  hohlweg,
in  welchem  die  Kavallerie  vollständig  auseinanderkam,  die
baldige  Umkehr  derselben  notwendig  machte.  Doch  wurde
Uapoleons  hauptquartier,  welches  hinter  den  mehrgenannten
Dörfern  biwakierte,  gesprengt,  und  die  französische  Krmee
erhielt  den  Befehl,  sich  weiter  zurückzuziehen  und  mithin
das  Schlachtfeld  zu  räumen.

(Memoiren  des  Eenerals  Freiherrn  L.  von  Wolzogen.)

Blücher,  Scharnhorst  und  Gneisenau  in  der  Schlacht.

Gneisenaus  Kdjutant  von  hüser  erzählt:  Blücher  hielt
meist  in  der  größten  Ruhe  an  mehr  oder  minder  gefährlichen
Stellen,  unermüdlich  seine  Dfeife  rauchend.  War  sie  ausgeraucht,
  so  streckte  er  sie  hinter  sich  und  rief:  „Schmidt!“
worauf  seine  Ordonnanz,  ein  husarenunteroffizier,  ihm  eine
frischgestopfte  reichte,  und  der  alte  herr  gemütlich  weiter
rauchte.  Eine  Seitlang  hielten  wir  ganz  nahe  an  einer
russischen  Batterie;  eine  Granate  fiel  dicht  vor  uns  nieder.

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