abhing.  Ich  habe  nie  entsprechendere  Spuren  der  Derlegenhelt
  in  seinem  Gesichte  wahrgenommen  als  an  diesem  Tage
—  in  dem  Momente,  wo  vielleicht  der  fünfte  Angriff  auf  Kaja
und  Rahna  abgeschlagen  war,  und  eine  seiner  Brigaden,
förmlich  fliehend,  aus  dem  ersten  Dorfe  gejagt  wurde.  In
diesem  Kugenblick  erhielt  Napoleon  eine  Meldung  durch  einen
seiner  Ordonnanzoffiziere;  mit  einem  grimmigen  „Häl“  ließ
er  sich  dieselbe  wiederholen,  und  warf  zugleich  einen  so
langen,  ungewissen,  scheufragenden  Blick  auf  Berthier  und
Caulincourt,  als  ob  er  sagen  wollte:  Glaubt  ihr,  daß  mein
Stern  untergeht?  —  —

Das  Wörtlein  „hä!“  hatte,  von  Napoleon  betont,  eine  so
vielfache  Bedeutung,  und  er  wußte  es  so  wunderbar  zu  modulieren,
daß  man  von  weitem  bemerken  konnte,  ob  ihm  eine  Hreudenoder
  hiobspost  zukam.  Wenn  er  auch  den  Sinn  der  Rede  gefaßt
hatte,  so  drückte  er  doch  dadurch  auf  das  Bezeichnendste  sein  Wohlbehagen
  oder  seinen  Mißmut  aus.

(von  Odbeleben,  Uapoleons  Seldzug  in  Sachsen  1813.)

Das  preußische  heer  in  der  Schlacht  bei  Großgörschen.


...  Ein  allgemeiner  Wetteifer  zuckte  wie  ein  mäch.
tiger  elektrischer  Ichlag  durch  alle  Schlachtreihen,  die  Freiwilligen
  strebten  sichtbar,  den  höheren  Standpunkt  ihrer
Bildung  auch  im  Gefecht  bemerkbar  zu  machen,  und  den
Liniensoldaten  dagegen  belebte  das  kriegerische  Ehrgefühl,
nicht  hinter  den  jüngeren  Waffengefährten  zurückzubleiben.
Es  war  wohl  kein  Stand  des  bürgerlichen  Lebens,  der  nicht
an  diesem  Tage  für  die  Erhaltung  des  Daterlandes  in  unseren
Kriegerreihen  kämpfte;  so  mancher  schon  zum  geistlichen
Stande  gebildete  Jüngling  verteidigte  die  Selbständigkeit
seines  Daterlandes  als  die  sicherste  Grundlage  für  das  Hortbestehen
  einer  freien  protestantischen  Kirche,  hohe  und  niedere
Regierungs=  und  Eerichtsbeamte  kämpften  für  die  Erhaltung
und  den  Geist  der  preußischen  Derwaltung.  Das  brandenburgische
  Dragonerregiment  führte  der  Chef  desselben,  der
Prinz  Wilhelm,  Bruder  des  Königs,  mehr  als  einmal  an
dem  heutigen  Tage  in  das  ernste  Gewühl  des  persönlichen
Kampfes,  während  auf  dem  Flügel  des  Regiments  in  der

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