nehmungen  durch  den  bessern  Unterhalt  erleichtert  werden
konnten.  Er  erkundigte  sich  fleißig  nach  den  Entfernungen  von
LCiegnitz  und  Breslau,  sprach  viel  und  sang  unterwegens
dann  und  wann  italienische  und  französische  Brocken.

(von  Odeleben,  Napoleons  Seldzug  in  Sachsen  1813.)

Niebuhr  über  das  preußische  heer  auf  dem  Rückzug.
Die  Geduld,  die  stille  Resignation,  die  Früchte  ihrer
Taten  ohne  Ursache  vergehen  zu  sehen,  die  Sittlichkeit,  die
Ordnung  der  Krmee  —  kein  einziges  Exempel  von  Exzessen
wird  erwähnt:  kein  Soldat  hat  auf  dem  Rückzuge  marodiert
—  ist  so  erhebend,  daß  man  vor  dieser  Armee  Ehrfurcht  haben
muß.  Gott  weiß,  was  Deutschlands  Schicksal  wird  und  das
unfsrige.  Sollen  aber  die  Mittel  der  glänzendsten  Befreiung
durch  fremde  Schuld  fruchtlos  bleiben,  so  endigt  Deutschlands
Freiheit  mit  einem  Ruhme  der  Hreußen,  welcher  Friedrichs
militärische  Größe  verdunkelt.  (Aus  Lehmann,  Scharnhorst.)

Die  Schlacht  bei  Bautzen  am  20.  und  21.  Mai  1815.

Die  Schlacht  von  Großgörschen  hatte  den  Kaiser  Napoleon  belehrt,
  daß  die  Seit  der  leichten  Siege  vorüber  war.  Der  Ruf  seiner
Unüberwindlichkeit  freilich  war  wieder  hergestellt.  Der  König  von
Sachsen,  der  schon  im  Geheimen  mit  osterreich  verhandelt  hatte,
eilte  nach  Dresden  zurück.  Km  8.  Mai  zog  Napoleon  in  Dresden
ein,  das  er  von  nun  an  zum  hHauptwaffenplatz  und  Kusgangsort
aller  seiner  Unternehmungen  machte.  —

Besiegt  aber  nicht  gebrochen,  war  das  verbündete  Heer  nach
Osten  zurückgegangen  und  hatte  ein  festes  Lager  bezogen  —  eine
Meile  hinter  Bautzen  an  der  Spree,  rechts  und  links  von  der  Straße
von  Bautzen  nach  Hochkirch,  dem  verhängnisvollen  Lager  aus  dem
Siebenjährigen  Kriege.  Die  Armee  genoß  hier  eine  Ruhe  von  acht
Tagen.  Im  ganzen  war  sie  auf  96500  Mann  (33500  Preußen)
gebracht  worden.  Uapoleon  hatte  sich  auf  165000  Mann  verstärkt.
Die  Derbündeten  wagten  eine  zweite  Schlacht,  um  Europa  zu  zeigen,
daß  man  weder  moralisch  noch  phnsisch  außerstande  war  zu
schlagen.  Zuch  sollte  bsterreich  gemahnt  werden,  daß  man  entschlossen
  sei,  das  Zußerste  zu  tun,  und  nicht  ihm  allein  die  Entscheidung
  überlassen  wolle.  Die  Krmee  selbst  brannte  drauf,  sich
wieder  mit  dem  Seinde  zu  messen.

Km  20.  Mai,  mittags  12  Uhr,  kam  die  zweitägige  Schlacht  in
Gang.  UNapoleon  griff  am  ersten  Tage  durch  Oudinot  den  linken
Flügel  der  Derbündeten  an,  überschritt  die  Spree  und  nahm
Bautzen.  Km  zweiten  Tage  warf  z  Napoleon  in  einem  Schein.
angriff  auf  den  schwachen  rechten  Flügel,  schlug  ihn  gänzlich  und
ging  dann  gegen  die  Kreckwitzer  Höhen  vor,  die  Blücher  mit  dem

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