Zentrum  hielt.  Nach  einem  blutigen  Kampf  brach  Blücher  auf
den  Rat  Knesebecks  um  drei  Uhr  die  Schlacht  ab.  Der  Rückzug
erfolgte  in  vollkommener  Ordnung.  Die  Verluste  der  Franzosen
betrugen  für  die  beiden  Schlachttage  etwa  20000,  die  der  Derbündeten
  10850  Mann.  Napoleon  rief:  „Was?  Keine  Ergeb—
nisse,  keine  Trophäen,  keine  Gefangenen  nach  einer  solchen  Schläch—
terei?“  Das  war  kein  Sieg,  wie  der  Kaiser  ihn  gewohnt  war.
Moralisch  ungebeugt  hatte  der  Besiegte  den  Kampfplatz  geräumt.

Bilder  vom  Schlachtfeld  von  Bautzen.

Steffens  erzählt:  Es  war  Mittag,  als  ich  auf  der
Döhe  lden  Kreckwitzer  Höhen]  ankam,  wo  sich  Blücher  aufhielt.
In  der  Mitte  des  hügels  erhob  sich  ein  kahler  Granitfels.
Der  klare,  helle  Tag  ließ  uns  das  ganze  weite  Schlachtfeld
übersehen.  Bei  Löbau  und  in  der  Umgegend  sahen  wir,  obgleich
  in  weiter  Entfernung,  den  Kämpfen  der  Russen  zu;
Bautzen  lag  vor  uns,  aber  hinter  hügeln  versteckt;  nur  die
Türme  ragten  hervor.  Swischen  dieser  Stadt  und  uns,  an
den  Ufern  der  Spree,  fanden  die  lebhaftesten  Angriffe  statt;
aber  diese  waren  uns  verborgen,  denn  diesseits  wie  jenseits
des  Slusses  erhoben  sich  die  hügel,  nur  hörten  wir  das  Gewehrfeuer
  in  großer  Nähe.  Einzelne  Kanonenkugeln  erreichten
  uns  schon  am  ersten  Tage;  Berichte  kamen  und  gingen  ab.
Im  ganzen  war  man  am  ersten  Tage  mit  dem  Erfolge  nicht
unzufrieden.  Unsere  Truppen  behaupteten  fast  an  allen
Stellen  ihren  Platz,  unsere  PDosition  war  nirgends  bedeutend
angegriffen.  Es  fing  an  dunkel  zu  werden;  nach  allen  Gegenden
  hin  ward  es  stille,  nach  dem  lärmenden  Tage  mit  seinen
lebhaften  Angriffen  erfolgte  eine  wunderbare  Ruhe;  nur  hier
und  da  hörte  man  einzelne  Schüsse.  —  Den  ganzen  Tag  über
konnten  wir,  ohne  bedeutend  angegriffen  zu  sein,  mit  Ruhe
das  Schlachtfeld  übersehen  ..  .  Wenn  ich  das  Zuge  erhob,
...  wie  seltsam  trat  es  mir  entgegen!  Wie  verhängnisvoll
erscheint  überhaupt  eine  Landschaft  während  einer  Schlacht!
—  Die  Gegend  um  Zautzen  ist  fruchtbar,  eine  Menge  Dör—
fer  umgaben  uns;  alle,  wie  wir  vermuten  konnten,  waren
von  den  Bewohnern  verlassen,  Bautzen  von  dem  Feinde  besetzt.
  Die  Landschaft  schien  ihre  ganze  Physiognomie  verändert
  zu  haben;  es  ruhte  ein  tragischer  Schleier  auf  allen

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