Glauben  übertrifft.  Ich  will  gern,  herzlich  gern  auf  dem
Schlachtfelde  bleiben;  mein  größtes  Elück  suche  ich  darin,
wenn  mir  die  Dorsehung  versprechen  wollte,  daß  ich  nicht
verwundet  werden  sollte.

Napoleon  nach  dem  Tode  des  Großmarschalls
Duroc.

Duroc  war  am  22.  Mai  bei  Markersdorf  von  einer  verirrten
Stückkugel  tödlich  verwundet  worden  und  starb  nach  14stündigem
Leiden.  Er  war  einer  der  Intimsten  Napoleons  gewesen.

Der  Kaiser,  der  seine  Erschütterung  über  den  Derlust
eines  seiner  getreuesten  Diener  nicht  verbergen  konnte,  ritt
stumm  und  in  sich  gekehrt  seitwärts  durch  einen  Bauernhof,
stieg  hinter  dem  hohen  Norne  ab  und  beobachtete  noch  eine
Seitlang  den  Dunkt,  von  welchem  aus  sein  TLiebling  ihm
geraubt  worden  war;  dann  begab  er  sich  auf  einem  Umweg
um  die  Gärten  des  Dorfes  zurück  (diesseits  Markersdorf)  auf
eine  freie  höhe,  wo  die  ganze  Infanterie  seiner  Garde,  die
Elite  seines  hHeeres,  ein  längliches  Diereck  gebildet  hatte,
in  dessen  Mitte  die  gewöhnlichen  fünf  Selte  des  kaiserlichen
Dauses  aufgeschlagen  waren  und  späterhin  die  Wachtfeuer  auf.
loderten.  —  Es  war  ein  Kbend,  welcher  der  HPhantasie  den
reichhaltigsten  Stoff  zum  Nachdenken  gab.  Man  denke  sich
den  Kaiser  zwar  nach  einer  großen  gewonnenen  Schlacht,  aber
mit  steter  Dergeudung  der  außerordentlichen,  ihm  anvertrau.
ten  Kräfte,  ohne  ein  entscheidendes  Resultat,  an  den  dunkeln
Pforten  einer  schwankenden,  folgenreichen  Deriode,  beraubt
des  liebsten  Dertrauten,  den  dieser  sonst  empfindungslose
Mann  vielleicht  auf  der  Melt  hatte,  der  zu  ihm  mit  der
Freimütigkeit  des  Jugendgefährten  sprach.  Man  denke  sich
ihn,  wie  er  im  einfachen,  grauen  Überrock  auf  einem  Held.
stuhle  mitten  in  dem  ungeheuren  Kreise  seiner  Bravsten
saß,  mit  herunterhängenden  Krmen  und  gesenktem  haupt,
abgesondert  von  dem  glänzenden  GEefolge  seines  Hauses,  das
sich  ehrfurchtsvoll  in  einzelne  Gruppen  zusammenzog  und
kaum  die  Worte  auszusprechen  wagte,  des  Kaisers  Freund
sei  im  Derscheiden.  Und  neben  dieser  dumpfen  Stille  zunächst
dem  Kaiser  das  Geräusch,  welches  die  GEeschäftigkeit  der

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