und  später  bis  zum  10.  (16.)  August  verlängert  wurde.  Seine
Korps  Lauriston  und  Ney  zogen  am  1.  Juni  in  Breslau  ein.  Napoleon
  hatte  aber  die  Grenze  seiner  Erfolge  erreicht.  „Ich  darf
Ihnen  nicht  verhehlen,“  schrieb  er  an  Cugen  Beauharnais,
„was  mich  bestimmt,  den  Gang  meiner  Siege  zu  unterbrechen.
  Es  ist  die  Rüstung  österreichs  und  der  Wunsch
Seit  zu  gewinnen.“  Sber  auch  die  VDerbündeten  mußten  diesen
Wunsch  hegen.  Sie  waren,  wenn  auch  mit  Ehren  und  trotz  ihrer
eigenen  Fehler  nur  eben  der  Dernichtung  entronnen.  österreichs
Beitritt  zum  Kampf  war  eine  Notwendigkeit  geworden.  Hreußens
Lage  war  gefährlich,  denn  schon  hatten  sich  die  Russen  entschlossen,
hinter  die  Weichsel  zurückzugehen.  —  In  dem  Übereinkommen
über  den  Waffenstillstand  wurde  bestimmt,  daß  Breslau  von  den
Hranzosen  geräumt  und  samt  einem  TLandstrich  zwischen  den  beiden
Deeren  als  neutrales  Gebiet  gelten  solle.  Im  übrigen  trennte  eine
Demarkationslinie  die  Gegner.  —  Im  hohen  Norden  traf  die
Deutschen  während  der  Derhandlungen  über  den  Waffenstillstand
ein  schwerer  Derlust.  Hamburg,  das  am  17.  März  von  den  Kosaken
unter  Tettenborn  besetzt  worden  war,  fiel  in  die  Hände  der  Fran-Zosen.
  Der  Kronprinz  von  Schweden,  Bernadotte,  war  am  18.  Mai
mit  schwedischen  Truppen  in  Dommern  gelandet,  um  am  Kampfe
gegen  Uapoleon  teilzunehmen.  Er  ließ  die  schwerbedrängte  Ransastadt
  im  Stich.  Tettenborn  mußte  am  29./50.  Mai  abreiten.  Km
1.  Juni  zog  Dandamme  in  Hhamburg  ein.  Die  Stadt  wurde  furchtbar
  gezüchtigt  und  durch  die  grausamsten  Befehle  Uapoleons  an
den  Marschall  Davout,  den  Gouverneur  der  32.  Militärdivision,
in  einen  festen  Platz  umgeschaffen.  Daran  änderte  der  Waffenstillstand
  nichts,  und  so  blieb  der  Derlust  Hamburgs,  den  Clausewitz
den  schmerzlichsten  nennt,  der  die  Klliierten  bisher  getroffen,  endgültig.
  —

Während  des  Waffenstillstands  tagten  zwei  Kongresse,  der
eine  in  Reichenbach  lin  Schlesien,  am  Fuß  des  Eulengebirgess,  der
andere  in  Prag.  Das  diplomatische  Spiel  mischte  sich  von  nun
an  in  den  Krieg  und  lähmte  die  Energie  des  handelns.  Kus
dem  Volkskrieg  wurde  ein  Kabinettskrieg.  Die  deutschen
Führer  kämpften  oft  ohnmächtig  gegen  die  Selbstsucht  und  Feigheit
der  Kabinette,  die  bis  zum  Ende  der  ganzen  Kriegszeit  nicht  nur
einmal  vor  Napoleon  zusammenbrachen  und  unnützes  Blutvergießen
verschuldeten.  Kuf  dem  Reichenbacher  Kongreß  kam  zwischen  England
  und  Dreußen  ein  Dertrag  über  die  englischen  hilfsgelder
zustande.  Die  englischen  Politiker  knauserten  um  den  Hreis,  der
doch  am  letzten  Ende  für  die  unbeschränkte  hereschaft  Englands
über  die  Meere  zu  zahlen  war.  Km  15.  Juni  schlossen  Rußland
und  England  ein  Kriegsbündnis.  Am  27.  Juni  wurde  endlich
zwischen  chsterreich,  Rußland  und  Preußen  der  Reichenbacher
Dertrag  geschlossen,  dessen  politischer  Sinn  auf  die  Schwächung
Dreußens  und  auf  die  Stärkung  der  deutschen  Mittelstaaten  ging.
Lerner  verpflichtete  sich  Esterreich  zum  Krieg,  wenn  Napoleon  die
Friedensbedingungen  der  Mächte  ablehnte.  Kuf  einem  Kongreß
zu  Hrag  sollte  über  die  Bedingungen  des  Friedens  mit  Napoleon
verhandelt  werden.  Hreußen  und  Rußland  gingen  in  der  hoffnung

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