auf  Napoleons  halsstarrigkeit  auf  solche  magere  Vorschläge  ein.
Sie  täuschten  sich  nicht.  Seit  dem  10.  Juni  war  Napoleon  wieder
in  Dresden.  Dorthin  lud  er  den  Grafen  Metternich  zu  einer
Unterredung  ein.  Am  26.  Juni  fand  die  neunstündige  Auseinandersetzung
  im  Dalast  Marcolim  statt.  Napoleons  Trotz  und  beleidigter
Stolz  kamen  so  deutlich  zutage,  daß  Metternich  an  seiner  Dermittlerrolle
  irre  zu  werden  begann.  Die  Verhandlungen  in  Drag
(11.  Juli  bis  10.  Kugust)  führten  zu  nichts.  —  Unterdessen  verbreiteten
  sich  Groll  und  Mißmut  in  Deutschland,  vornehmlich  in
Dreußen.  Der  Überfall  auf  das  TLützowsche  Korps  bei  Kitzen,  am
17.  Juni  während  der  Waffenruhe,  hatte  die  Erbitterung  vermehrt,
  Wellingtons  Sieg  bei  Dittoria  in  Spanien  am  21.  Juni
wieder  einige  Hoffnung  gebracht.  Die  Zensur  unterdrückte  ängstlich
jede  ußerung  der  Sorge  und  jede  Kritik  an  dem  heillosen  Diplomatenwesen.
  Der  Landsturm  wurde  aus  Augst  vor  den  „Jakobinern“
aufgelöst,  eim  21.  Juli  trat  SIchweden  unter  dem  Kronprinzen  Bernadotte
  der  Koalition  bei.  Mapoleon  war  es  mit  dem  Frieden  nie
ernst  gewesen.  Er  wollte  wieder  die  Entscheidung  der  Waffen  anrufen.
  Als  endlich  Metternich  ein  Ultimatum  stellte,  lehnte  er  ab.
Km  10.  Kugust  wurde  der  Waffenstillstand  gekündigt,  am  12.  Kugust
erklärte  Esterreich  an  Uapoleon  den  Krieg,  am  16.  Kugust  begannen
die  Leindseligkeiten  von  neuem.  „Eure  auf  dem  Uhron  geborenen
  Fürsten  können  sich  zwanzigmal  schlagen  lassen  und
doch  in  ihre  Zauptstadt  zurückkehren;  ich  kann  dies
nicht,  weil  ich  ein  emporgekommener  Soldat  bin.  Meine
Herrschaft  überdauert  den  Tag  nicht,  an  dem  ich  aufhöre,
  stark  und  gefürchtet  sein.“

Die  Berliner  Datrioten.  Sichte  und  Drofessor  Reil.

Arndt  erzählt:  Es  wurden  inzwischen  mit  Napoleon
Schlachten  geschlagen,  zweifelhafte  aber  tapfere;  doch  selbst
die  Nachrichten  von  Derlusten  drückten  nicht  nieder.  Die  Menschen
  waren  auf  das  höchste  und  Cetzte  gerüstet:  lieber  das
tiefste  Leid  und  Derderben,  lieber  die  letzten,  ehrlichen  Todeswunden
  als  länger  die  Schande  der  Unechtschaft,  —  das  war
das  allgemeine  Gefühl  und  die  einstimmige  Stimme  in  der
hauptstadt.  Not  genug  und  Bedrängnis,  aber  Freude  und
Doffnung  in  der  Uot  und  eine  GEemeinsamkeit  der  treuen
herzen,  die  nur  in  solchen  Seiten  zusammen  auflodern  kann.
Ich  lebte  mit  lieben  Freunden,  mit  edlen  und  hohen  Menschen,
die  meinen  Willen  für  die  Tat  nahmen.  Savigny  lder  Rechtsgelehrtel
  und  Eichhorn  [Kammergerichtsrat!  saßen  im  Landwehrausschuß;
  Süvern  [Staatsrat  für  das  Unterrichtswesen]
übte  seine  Kompagnie,  bald  sein  Regiment  Landsturm  auf

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