Napoleonische  Justiz.
Juni  1815.

Als  Napoleon  von  Breslau  ab  in  dem  kleinen  Dorfe  Roß.
nitz  bei  Liegnitz  übernachtete,  brach  in  seinem  Quartiere  durch
die  angelegten  Wachtfeuer  ein  Brand  aus,  welcher  einen  Teil
seines  Gepäckes  vernichtete  und  seine  Kasse  zerstörte.  Der
Dosten,  durch  dessen  Unvorsichtigkeit  das  Feuer  entstanden
war,  ward  nach  des  Kaisers  Befehl  auf  der  Stelle  erschossen,
und  als  er  nicht  recht  getroffen  war,  in  das  Feuer  geworfen.

(Rach  Pertz,  Ceben  Gneisenaus.)

Graf  Wilhelm  Schwerin  an  seine  Frau
über  die  entmutigende  Wirkung  des  Waffenstillstandes.
10.  Juni  1815.

An  die  Derzweiflung  bei  der  Armee  mag  ich  gar  nicht
denken.  hier  lin  Berlin]  in  den  Cazaretten  ist  sie  schon  grenzenlos
  und  selbst  gemeine  Soldaten  reißen  an  ihrem  Derbande
  und  wollen  sterben,  da  ihr  Leben  ja  doch  unnütz  würde!)
..  .  An  Stüöcken  schleppten  sich  die  Blessierten  zur  AKrmee
zurück  und  hofften,  die  Kräfte  würden  schon  unterwegs  kommen,
  und  wenn  man  die  Derstümmelten  beklagte,  riefen  sie:
„O,  das  hilft  den  Franzosen  doch  alles  nichts,  wir  schlagen
sie  doch  am  Ende!“  oder  den  einzelnen:  „Ja,  der  Franzos  soll
aber  auch  dafür  an  mich  denken!“

C„Dor  hundert  Jahren.“  Erinnerungen  der  Gräfin  Schwerin,  geb.
Gräfin  Dönhoff.)

Uapoleon  an  den  Dolizeiminister  Savary.
Dresden,  13.  Juni  1813.

Der  Ton  Ihrer  Briefe  gefällt  mir  nicht;  Sie  langweilen
  mich  immer  mit  dem  Bedürfnis  nach  Frieden.  Ich
kenne  die  Lage  meines  Reiches  besser  als  Sie,  und  jene
Richtung  Ihrer  Korrespondenz  macht  einen  schlechten  Eindruck
auf  mich.  Ich  will  den  Frieden  und  bin  mehr  daran  interessiert
  als  irgend  jemand:  Ihre  Reden  darüber  sind  also
unnötig;  aber  ich  werde  keinen  entehrenden  Frieden  schließen.
der  uns  nach  einem  halben  Jahr  einen  nur  noch  erbitterteren

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