„Der  Kaiser,“  antwortete  ich,  „hat  den  Mächten  seine
Dermittlung,  nicht  seine  Neutralität  angeboten.  Rußland
und  Preußen  haben  die  Vermittlung  angenommen,  an  Ihnen
ist  es,  sich  heute  noch  zu  erklären  ..  ..“

hier  unterbrach  mich  wieder  Napoleon,  um  sich  in  eine
lange  Kbschweifung  über  die  mögliche  Stärke  der  Krmee  zu
ergehen  .  Exr  besprach  die  Gesamtheit  seiner  Operationen
in  Rußland  und  verbreitete  sich  in  lange  und  kleinliche  Einzel.
heiten  über  die  Epoche  seiner  letzten  Rückkehr  nach  Frankreich.
Kus  allem  ward  mir  klar,  wie  er  beständig  darauf  hinzielte,
hervorzuheben,  daß  seine  Uiederlage  von  1812  ganz  auf  Rechnung
  der  Jahreszeit  zu  setzen,  und  daß  seine  moralische
Stellung  in  Frankreich  nie  fester  gewesen  sei  als  infolge  dieser
nämlichen  Ereignisse.  „Es  war  eine  harte  Drobe,“  sagte  er
mir,  „aber  ich  habe  sie  vollkommen  bestanden.“

Nachdem  ich  ihn  über  eine  halbe  Stunde  angehört  hatte,
unterbrach  ich  ihn  mit  der  Bemerkung,  daß  ich  in  dem,  was  er
soeben  gesagt,  einen  starken  Beweis  der  Uotwendigkeit  er.
kenne,  so  wechselvollen  Geschicken  ein  Siel  zu  setzen.  „Das
Glück,“  fügte  ich  bei,  „kann  Sie  ein  zweites  Mal  wie  im
Jahre  1812  im  Stiche  lassen.  In  gewöhnlichen  Seiten  bilden
die  Armeen  nur  einen  kleinen  Teil  der  Bevölkerung,  heute  ist
es  das  ganze  Dolk,  das  Sie  unter  die  Waffen  rufen.  Ihre
jetzige  Krmee,  ist  sie  nicht  eine  antizipierte  Generation?
Ich  habe  Ihre  Soldaten  gesehen,  es  sind  Kinder.  Euere  Moajestät
  haben  das  Gefühl,  daß  Sie  der  Nation  absolut  notwendig
sind;  brauchen  aber  nicht  auch  Sie  die  Nation?  Und  wenn
diese  jugendliche  Armee,  die  Sie  heute  unter  die  Waffen  gerufen
  haben,  dahingerafft  sein  wird,  was  dann?“

Kls  UNapoleon  diese  Worte  hörte,  übermannte  ihn  der
Zorn;  er  ward  bleich  und  seine  Süge  verzerrten  sich.  „Sie  sind
nicht  Soldat,“  fuhr  er  mich  an,  „und  wissen  nicht,  was  in  der
Seele  eines  Soldaten  vorgeht.  Ich  bin  im  Felde  aufgewachsen,
und  ein  Mann  wie  ich  schert  sich  wenig  um  das  Leben  einer
Million  Menschen.“  Mit  diesem  Kusruf  warf  er  den  hHut,
welchen  er  bisher  in  der  Hand  gehalten,  in  die  Ecke  des  Simmers.
  Ich  blieb  ganz  ruhig,  stützte  mich  an  die  Ecke  eines

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