nur  allein  zur  Mobilmachung  der  Landwehr  für  Summen  von
dem  Cande  herbeigeschafft  werden  mußten.

Von  dem  Candsturm,  den  ich,  wo  es  mir  die  Zeit  erlaubte,
  auch  musterte  und  dann  mit  einigen  Worten  an  seine
Pflichten  erinnerte,  muß  ich  doch  auch  noch  einiges  erzählen.
Die  Kommandeure  der  einzelnen  Kbteilungen,  größtenteils
Gutsbesitzer  oder  Beamte,  hatten  sehr  häufig  aus  eigenem
Triebe  sich  nicht  unzweckmäßig  zu  einem  Kampfe  vorzubereiten
  gesucht;  so  hatte  der  damalige  Stadtrichter  in  Ruppin
seine  mit  Piken  bewaffneten  Leute  in  eine  Kolonne  vereinigt,
die  von  allen  mit  eigenen  Gewehren  versehenen  Bürgern  als
Tirailleure  umgeben  war  und  führte  mir  diese  recht  gute
Susammensetzung  entschlossen  vor,  denn  man  konnte  es  den
Leuten  ansehen,  daß  ihnen  die  Sache  ernst  war.

In  Havelberg  lebte  zurückgezogen  der  treffliche  alte
Heldmarschall  Möllendorf,  der,  obgleich  beinahe  schon  neunzig
  Jahre  alt,  sich  doch  noch  ziemlich  rüstig,  besonders  zu
Pferde,  erhalten  hatte  und  in  dessen  Kriegerseele  noch  der
Gedanke  an  die  frühere  Seit  glimmte;  darum  schloß  er  sich
mit  allem  Eifer,  soviel  es  ihm  sein  Hrivatverhältnis  erlaubte,
  den  vaterländischen  Rüstungen  an.  Ja,  als  einmal  die
Uachricht  ankam,  daß  die  Franzosen  in  jener  Gegend  über
die  Elbe  gehen  wollten,  umgürtete  er  sich  mit  seinem  alten
Schwert,  bestieg  sein  Ichlachtroß  und  zog  wohlgemut  mit  dem
ihm  freudig  zujauchzenden  Landsturm  der  Elbe  zu.  Es  war,
wie  dies  im  Kriege  nur  zu  häufig  der  Fall  ist,  diesmal  nur
ein  blinder  Lärm  gewesen,  und  der  gute  Wille  fand  keine
Gelegenheit,  in  kräftige  Tat  überzugehen,  aber  ich  hätte  dem
alten  helden  (der  ein  edler  Mensch  war)  wohl  die  Gunst
des  Schicksals  gewünscht,  daß  er  in  dem  hier  ritterlich  gesuchten
Kampfe  entweder  ein  frisches  Lorbeerreis  oder  ein  Kriegergrab
gefunden  hätte.  (von  Bouen,  Denkwürdigkeiten.)

Der  Fall  Schleiermacher  (14.—17.  Juli  1813).

Der  Berliner  Universitätsprofessor  und  Hrediger  Schleiermacher
  hatte  im  „Preußischen  Correspondenten“,  dessen  Redakteur
er  damals  war,  für  den  13.  Juli  1813  einen  Artikel  über  den
Drager  Friedenskongreß  veröffentlicht.  Der  Krtikel  lautet:

15  ble  Besre.ung.  225