Nun  unsre  guten  Leute:  humboldt,  Niebuhr,  Schön  ..  .
Wilhelm  Hhumboldt,  jüngst  noch  Gesandter  in  Wien,  hat  durch
seine  einzige,  seltenste  Klarheit,  Geistigkeit  und  Ruhigkeit  über
Stein  gewonnen,  daß  er  mit  ihm  wie  mit  einem  Lamm  um.
gehen  konnte.  —  Uiebuhr  und  Schön,  alte  Sreunde,  —  Schön
hatte  kurz  vor  Dreußens  Fall  Niebuhrs  Übertritt  aus  dänischem
  in  preußischen  Dienst  veranlaßt.  —  Die  beiden  trefflichen
  Männer  hielten  zusammen,  der  eine  der  Besonnene,
der  andere  der  heftige.  Es  war  ja  hier  bei  den  schwebenden,
ungewissen  Suständen  der  doppelten  Derhandlungen  und  Derhältnisse,
  bei  all  dem  wirklichen  oder  geträumten  diplomatischen
  Spiel  ein  rechtes  Wespennest.  Sie  hielten  auch  oft  zusammen
  in  ihren  Urteilen  und  Bemerkungen  über  stein,  die
nicht  immer  mild  ausfielen,  aber  die  Steinschen  über  sie  waren
es  auch  nicht  immer.

Uun  begab  sich,  daß  die  beiden  wirklich  frommen  Männer,
Stein  und  [Graf]  Geßler,  ein  paarmal  nach  dem  nahen  Sinzendorfischen
  GEnadenfrei  zum  Sonntagsgottesdienst  zur  Kirche
gefahren  waren.  Darüber  glossierte  chön  mit  den  Worten:
„Die  beiden  alten  Betväter  meinen,  die  Teufel  Napoleon,
Metternich  und  hardenberg  mit  Bußpsalmen  niederbeten  zu
können.“  Dergleichen  Eespräch  hörte  ich  und  erzählte  es
nicht  wieder,  aber  Stein  hatte  vor  Freunden  Niebuhrs  einmal
  das  geschwinde  Wort  gesagt:  „Der  Niebuhr  wäre  ein
ganz  anderer  Kerl,  wenn  er  seine  Frau  nicht  bei  sich  hätte,
die  hält  ihn  bis  neun,  zehn  Uhr  im  Bett  und  verpappelt  und
vertändelt  ihn  auf  ihrem  Schoß,  als  wenn  sie  ihr  Enkelchen
darauf  wiegte.“  Es  war  aber  Uiebuhrs  Frau  damals  wirklich
krank,  und  er  war  natürlich  bei  seiner  großen  Reizbarkeit  doppelt
  krank  an  den  Suständen,  woran  wir  alle  mehr  oder  weniger
krankten.  Diese  Worte  Steins  hatte  einer  jener  Sreunde  ihm
zu  bestellsam  wiedererzählt,  und  sie  blieben  wohl  lange  wie
Dornen  in  seiner  Erinnerung  an  die  Reichenbacher  Tage  stecken.

Der  Freiherr  vom  Stein  über  Metternich
während  der  Derhandlungen  über  den  Bötritt  Esterreichs  zur  Kllianz.
17.  Juli  1815.

Die  Teilnahme  Ssterreichs  am  Kriege  ist  immer  noch

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