Regimentskommandeur  herab.  Die  Großmut  der  Preußen  hatte
dem  Kaiser  beim  Durchzug  der  Heerestrümmer  nach  dem  russischen
Seldzuge  seine  kriegserfahrenen  Marschälle,  Generale  und  Obersten
gerettet.  An  tüchtigen  Subalternoffizieren  und  Unteroffizieren  aber
fehlte  es  sehr.  Napoleons  Kavallerie  war  im  Anfange  fast  unbrauchbar.
  Die  Pferde  waren  in  Rußland  umgekommen.  Die
Artillerie,  seine  Lieblingswaffe,  war  besser  als  die  der  Ver—
bündeten.

Beim  Abbruch  des  Waffenstillstandes  hatte  Uapoleon  auf  deutschem
  Boden  450  000  Mann  an  Feldtruppen  und  1284  Geschütze
stehen.  Dazu  kamen  die  in  Bildung  begriffenen  Korps,  die  Besatzungen,
  die  noch  in  der  heimat  befindlichen  rheinbündischen
Truppen  hinzu.  Die  Kräfte  waren  aber  trotz  der  scheinbaren
üÜberlegenheit  der  Derbündeten  ziemlich  gleich.  Der  Geist  der
preußischen  Krmee  war  von  herrlicher  Kampfesfreude  erfüllt,  und  der
Enkschluß  zu  siegen  oder  zu  sterben  vom  Oberfeldherrn  bis  zum
armen  Ceineweber  aus  Schlesien,  der  als  Landwehrmann  zum
erstenmal  ein  Gewehr  trug,  allen  gemeinsam.  Zuch  die  Gsterreicher,
nachdem  sie  endlich  wußten,  gegen  wen  sie  kämpfen  sollten,
waren  vom  besten  GEeiste  beseelt,  und  die  Russen  bewährten  ihre
in  den  furchtbaren  Kämpfen  des  Jahres  1812  bewiesene  Tapferkeit
  aufs  neue.  Kber  auch  der  Eeist  der  Krmee  Uapoleons  war
gut.  Swar  waren  viele  unwillig  dem  Rufe  nach  den  Kdlern  des
Kaisers  gefolgt,  und  Tausende  hatten  jich  durch  die  Slucht  dem
Hheeresdienste  entzogen,  aber  bald  war  die  junge  Krmee  von  dem
kriegerischen  Geiste  der  Zlten  ergriffen,  und  das  Dertrauen  auf
ihren  unbesieglichen  gFührer  war  beim  Beginn  des  Heldzuges
felsenfest.  Kuch  der  Nachteil  des  Dölkergemenges  war  beiden
Heeren  gemeinsam.  Bei  den  Derbündeten  standen  Engländer,
Russen,  Deutsche,  Ichweden,  bei  den  Franzosen  Nord-  und  Süditaliener,
  Spanier,  Dortugiesen,  Holländer,  Schweizer,  Dänen,  Polen
  und  Deutsche.  Und  ihr  Führer  war  Napoleon,  der  Meister
in  der  Sührung  der  kriegerischen  Massen.  Ein  unbedingter  Dorteil
  auf  seiten  der  Franzosen  lag  in  dem  einen  illen,  in  der
Einheit  des  Befehls,  während  die  heeresleitung  der  verbündeten
UMächte  unter  der  verhängnisvollen  Dielköpfigkeit  litt.

Grolman  an  Gneisenau.

Karl  Wilhelm  Georg  von  Erolman  (1777—1843),  preußischer
General,  kämpft  1800  in  österreich,  1810  bis  1812  in  Spanien
gegen  Uapoleon.  1813  Major  im  Generalstab  des  Schlesischen
Reeres.  Kämpft  bei  Großgörschen,  Bautzen,  Haynau,  Kulm  (hier
schwer  verwundet);  trotzdem  wieder  als  Oberst  bei  Leipzig  und
1815  als  Eeneralquartiermeister  in  Blüchers  Armee.  Einer  der
scharfsinnigsten  und  kühnsten  Männer  der  Seit.

Reichenbach,  den  8.  August  1813.
In  Böhmen  wird  großer  Streit  übers  Kommando  entstehen.
  Die  Esterreicher  glauben,  daß  alles  unter  Schwarzenberg
  stehen  wird,  hier  spricht  man,  daß  die  Befehlshaber

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