Srankreich  im  Anfange  des  Jahres  1814  konnten  die  Lützower
tätig  sein.  (Gustav  Parthey,  Erinnerungen.)

Theodor  Körners  Tod  bei  Gadebusch
am  26.  Kugust  1815.

Erzählung  des  Superintendenten  Stiefelhagen,  eines  Kameraden
Körners.

Die  Franzosen  hatten  mecklenburgische  Bauern  mit  Fuhrwerken
  gepreßt,  ihnen  gewaltige  Mengen  von  Swieback  und
Branntwein  zu  transportieren.  Die  Bauern  wurden  von  französischen
  Bedeckungsmannschaften  begleitet.  Wir  aber  hatten
Uachricht  über  den  kostbaren  Transport,  und  am  26.  Zugust
brachen  wir  bei  Gadebusch  lin  Mecklenburg]  aus  dem  Walde
und  fielen  über  den  Feind  her.  Die  Begleitung  wurde  rasch
überwältigt,  bewies  sich  überhaupt  als  erbärmliches  Volk  und
wurde  teils  zusammengehauen,  teils  gefangen  genommen.
Die  Wagen  wurden  sofort  umgedreht,  und  in  langer  Reihe  bewegten
  sie  sich  nach  anderer  Seite  hin  durch  das  Gehölz.  Vorn
im  Sug  ging  ein  kleiner  Trupp  der  gemachten  GEefangenen,
dem  einige  unserer  Offiziere  und  Mannschaften  zur  Seite
ritten.  So  zogen  wir  dahin.  DPlötzlich  fiel  ein  Schuß,  dem
ein  heftiges  Schwerterklirren  folgte.  Wie  ein  Lauffeuer  ging
die  Uachricht  den  sSug  entlang:  „Leutnant  Körner  ist  gefallen.“
  Wie  war  es  gewesen?  Er  hatte  sich  mit  andern  Offizieren
  über  die  Franzosen  unterhalten,  und  es  waren  dabei
sehr  derbe  Kusdrücke  gefallen,  wahrscheinlich  auch  über  die
erbärmliche  Haltung,  welche  die  französische  Eskorte  soeben
im  NKampf  an  den  Tag  gelegt  hatte.  Der  zur  Seite  gehende
gefangene  französische  Offizier  hatte  die  Worte  verstanden,  zog
eine  Histole  hervor  und  schoß  UKörner  vom  DPferd.  Dies
war  der  Schuß,  den  wir  hörten.  Das  Schwertergeklirr  aber
kam  dadurch,  daß  unsere  empörten  Leute  im  ersten  Sorn  über
den  Meuchelmord  die  an  jener  Stelle  gehenden  französischen
Gefangenen  sofort  zusammenhieben.  Als  der  Sug  sich  wieder
in  Bewegung  setzte  und  ich  bald  darauf  an  jene  Stelle  kam,
war  keine  menschliche  Gestalt  mehr  an  ihnen  zu  erkennen.
(Friedrich  Kerst  aus  Elberfeld  im  Daheim,  Jahrgang  48.  Ur.  47.

24.  August  1912.)

252