Die  Schlacht  bei  Dresden
am  26.  und  27.  August  1813.

Km  15.  Zugust  brach  Napoleon  von  Dresden  aus  gegen
Blücher  auf.  Blücher  zog  sich  vor  dem  laiser  zurück.  Inzwischen
hatte  sich  die  hauptarmee  gegen  Ceipzig  aufgemacht,  ohne  zu
wissen,  wo  Uapoleon  war.  Am  22.  Zugust  erfuhr  das  hBauptquartier
  der  Monarchen,  daß  Napoleon  in  der  Lausitz  hinter  Blücher
her  Mel.  Nun  wendete  man  sich  gegen  Dresden.  Napoleon  ließ
auf  die  Nachricht  von  dem  Kbmarsch  der  Hauptarmee  von  Blücher
ab  und  stellte  die  Korps  Uey,  Lauriston  und  das  Kavalleriekorps
Sebastiani  unter  den  Befehl  des  Marschalls  Macdonald.  Ney
persönlich  nahm  er  mit.  Er  selbst  führte  mit  unerhörter  Schnelligkeit
  sein  Heer  dem  bedrohten  Dresden  zu.  Dort  stand  sein  Marschall
St.  Cyr  mit  einer  Besatzung  von  nur  20000  Mann.

Km  23.  Zugust  stand  die  Hauptarmee  mit  80  000  Mann  im
Süden  Dresdens.  Anstatt  nun  die  Stadt  mit  einem  hHandstreich
zu  stürmen,  verlor  man  die  Seit  mit  einem  langen  Kriegsrat.  „Les
Autrichiens  ne  connaissent  pas  le  prix  du  temps.“  Kber  während
man  Uapoleon  weit  hinten  in  Schlesien  wähnte,  sahen  Beobachter
in  Dresden  von  den  KRirchtürmen  schon  die  Wachtfeuer  der  Garde  im
Osten  bei  Stolpen,  25  km  von  Dresden  entfernt.  Noch  am  25.
abends  wußte  man  im  Hauptquartier  der  Verbündeten  nichts
von  der  bedrohlichen  Nähe  Napoleons.  Km  26.  Zugust,  frühmorgens
  um  5  Uhr,  verließ  der  KNaiser  Stolpen  und  war  schon
um  9  Uhr  in  Dresden.  Dort  wirkte  sein  Erscheinen  Wunder.  Er
erschien  der  bedrängten  Stadt  wie  der  Befreier.

Die  Derbündeten  standen  in  einem  mächtigen  hHalbkreis  nüb.
lich  von  Dresden,  beide  Hlügel  an  die  Elbe  gelehnt.  Die  Vorstädte
  waren  von  den  Franzosen  gut  befestigt  und  die  fünf  Zusgänge
  von  starken  Schanzen  geschützt.  Bis  Mittag  hatten  die
VDerbündeten  sich  auf  Kanonenschußweite  herangekämpft.  Die  ungestüme
  Energie  der  Derteidigung  Dresdens  und  endlich  das  donnernde
  Vive  I’Empereur!  räumten  jeden  Sweifel  daran  hinweg,
daß  Napoleon  selbst  in  Dresden  angelangt  war.  Im  Hauptduartier
  der  Derbündeten  wollte  man  sofort  den  Kampf  abbrechen.
ur  König  Friedrich  Wilhelm  III.  erklärte  sich  dagegen,  daß
200000  Mann  vor  dem  bloßen  Namen  Napoleon  zurückweichen
sollten.  Schwarzenberg  schloß  sich  ihm  stillschweigend  an  und  ließ
um  4  Uhr  die  Beschießung  eröffnen.  Der  erbitterte  Kampf
begann  von  neuem.  Etwa  um  5  Uhr  konnte  der  allgemeine
Sturm  angesetzt  werden.  Um  dieselbe  Seit  aber  waren  bei  Napoleon
  die  letzten  Derstärkungen  angekommen,  schon  standen  auf
den  großen  Plätzen  Dresdens  die  Garden  bereit.  UNapoleon  gab
den  Befehl  zum  Eegenstoß.  70000  Mann  warfen  sich  mit  Ungestüm
  aus  allen  Stadtausgängen  auf  die  überraschten  Gegner.
Bis  Mitternacht  wurde  gekämpft,  und  die  Russen,  Preußen  und
bsterreicher  aus  ihren  Stellungen  geworfen.  Zur  selben  Seit
tobte  bei  Hirna,  östlich  von  Dresden,  ein  heftiger  Kampf.  Dort
hielt  der  Herzog  Eugen  von  Württemberg  das  Korps  des  Generals
Dandamme  fest.  Mit  dem  Zufhören  des  Kampfes  um  Mitternacht

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