fiel  der  Regen  in  Strömen  und  machte  die  Gewehre  fast  unbrauch—
bar.  Der  Boden  wurde  zäh  und  schlüpfrig.  Km  27.  Kugust  um
7  Uhr  morgens  begann  die  Schlacht  von  neuem.  Die  Entscheidung
fiel  auf  dem  linken  Flügel  der  Derbündeten,  im  Westen  der
Stadt.  Diesen  hatte  Murat,  der  König  von  Neapel,  mit  seiner
Reiterei  erfolgreich  umgangen,  und  um  3  Uhr  war  der  entscheidende
Sieg  von  den  Franzosen  errungen.  Der  General  Moreau,  der  einstige
Marschall  von  Frankreich  und  Todfeind  Mapoleons,  wurde  an  der
Seite  des  Saren  tödlich  verwundet.  Die  Schlacht  war  verloren.  Um
4  Uhr  schon  ritt  Mapoleon  unter  dem  Jubel  seiner  Soldaten  in
die  Stadt  ein.  Er  führte  mit  sich  13000  GEefangene,  darunter
zwei  Eenerale,  und  den  österreichischen  Feldmarschall-Leutnant
Meszko,  dazu  64  höhere  und  einige  hundert  Subalternoffiziere,
15  Fahnen,  26  Geschütze.  Er  hatte  den  Sieg,  den  er  brauchte.

Uapoleons  Befehl  für  den  General  Dandamme.
vor  der  Schlacht  bei  Dresden  am  26.  und  27.  RZugust  1813.

Der  folgende  Befehl  Mapoleons  wurde  durch  den  General  Haxo
am  25.  Kugust  dem  Eeneral  Dandamme  übermittelt.  Schon  vor
der  Schlacht  verfügte  der  Kaiser  über  die  Kusnutzung  des  Sieges.

Er  [Dandammes  soll  von  Hirna  auf  Berggießhübel,  die
höhen  von  Peterswalde  lauf  dem  Wege  nach  Teplitz]  gewinnen
  und  sich  dort  halten,  alle  Pässe  besetzen  und  in
dieser  unüberwindlichen  Stellung  den  Zusgang  der  Begebenheiten
  abwarten,  welche  unter  den  Mauern  Dresdens
stattfinden  werden.  Ihm  ist  es  dann  vorbehalten,  die  Degen
der  Geschlagenen  einzusammeln;  es  erfordert  dies  aber  kaltes
Blut;  vor  allen  Dingen  darf  er  sich  nicht  durch  die  tobenden
  Haufen  der  Fliehenden  imponieren  lassen.  Setzen  Sie  ihm
meine  Kbsichten  auseinander  und  sagen  Sie  ihm  alles  was
ich  von  ihm  erwarte.  Niemals  wird  er  eine  schönere  Gelegenheit
  haben,  sich  den  Marschallstab  zu  verdienen.

Die  Schlacht  bei  Dresden  am  27.  Kugust  1815.

Der  sächsisch-rheinbündische  Major  im  Stab  UNapoleons,
von  Odeleben,  erzählt:  Es  begann  nach  7  Uhr  die  Kanonade
aus  dem  Mittelpunkte  und  ward  in  ganz  langsamem  Vorrücken
mäßig  unterhalten.  Es  war  auch  von  hier  aus  nicht  viel  zu
tun,  da  sich  die  Derbündeten  im  Besitz  der  beherrschenden  Kuhöhen
  von  Plauen  bis  Strehlen  lsüdlich  Dresden]  befanden.
Währenddessen  zog  sich  der  rechte  Flügel  unter  [Murat]  dem
Nönig  von  Ueapel,  der  nach  8  Uhr  von  Friedrichstadt  vorrückte

254