gebirge  nach  Böhmen  eine  furchtbare  Katastrophe.  Den  Weg
nach  Osten  (auf  Pirna)  sperrte  Vandamme,  den  Weg  nach  Westen
(auf  Freiberg)  der  König  von  Neapel,  Murat.

Die  Masse  der  Kemee  war  auf  eine  einzige  durchweichte
hauptstraße  angewiesen.  Uur  das  Korps  Kleist  suchte  auf  einem
östlichen  Wege  fortzukommen,  herzog  Eugen  von  Württemberg
noch  weiter  östlich  auf  der  Straße  nach  Kulm.  Die  heeresteile
der  Hhauptarmee  kreuzten  sich;  es  entstand  eine  gefährliche  Unordnung.
  Das  heer  war  physisch  und  moralisch  Zebrochen.  So
fluteten  die  Kolonnen  der  Geschlagenen  dem  Erzgebirge  zu.  Napoleon
  war  nach  dem  Sieg  mit  seiner  Garde  nach  Dresden  zurückgekehrt.
  Er  überließ  die  VDerfolgung  seinen  Marschällen  Murat,
Marmont,  St.  Cyr  und  dem  General  Dandamme.  Der  Herzog  Eugen
von  Württemberg  stellte  sich  dem  nachdrängenden  Dandamme  im  Gebirge
  bei  Driesten-Kulm  entgegen  und  suchte  so  den  Weg  nach
Böhmen  für  die  hauptarmee  freizuhalten.  Diese  Wendung  führte
zu  den  entscheidenden  Schlachten  bei  Kulm  und  Uollendorf.

Als  sich  Herzog  Eugen  von  WMürttemberg  zum  Widerstand  entschloß,
  hatte  der  russische  General  Ostermann  sich  geweigert,  die
russische  Garde  gegen  Dandamme  zu  verwenden.  Da  griff  der
König  von  Hreußen  ein,  sandte  seinen  Flügeladjutanten  von  Uatzmer
zu  Ostermann,  um  ihn  zu  energischem  Widerstand  gegen  Dandamme
aufzufordern,  weil  sonst  ein  Katastrophe  unvermeidlich  und  selbst
die  Derson  des  Saren  bedroht  sei.  Ostermann  blieb  stehen  und
kämpfte  bei  Priesten-Kulm  mit  Dandamme  am  29.  Zugust.  Dem
General  Ostermann  zerschmetterte  eine  Kanonenkugel  den  linken
Arm,  und  der  herzog  von  Württemberg  übernahm  den  Oberbefehl.
  Don  5  Uhr  nachmittags  an  wagte  Dandamme  keinen
Angriff  mehr.  Don  14700  Russen  waren  6000  tot  oder  verwundet.
  Indessen  war  die  hHhauptarmee  nur  langsam  vorwärts
gekommen.  Ju  hHunderten  fielen  die  erschöpften  Soldaten  den
Siegern  in  die  ände.  Km  schwierigsten  war  der  Rückzug  des
Kleistischen  Korps.  Doch  verlor  der  verfolgende  Marschall  St.  Cyr
die  Fühlung  mit  kleist,  und  dieser  kam  nach  13  stündigem,  unsäglich
  ermüdendem  Marsche  nach  Tiebenau,  noch  diesseits  des
Gebirges  gelegen.

Da  sandte  König  SFriedrich  Wilhelm  III.  zu  Kleist,  er  solle
versuchen,  auf  Uollendorf,  in  den  Rücken  Dandammes  zu  marschieren.
  Schon  hatte  Kleist  den  Entschluß  für  sich  gefaßt  und
brach  am  30.  Kugust  um  3  Uhr  morgens  auf.  An  diesem
Aage  war  der  Kamof  zwischen  Dandamme  und  den  nun  wesentlich
verstärkten  Derbündeten  bei  Kulm  von  neuem  entbrannt.  Der  linke
Flügel  Dandammes  war  schon  von  den  Ssterreichern  umfaßt,  als
um  10½  Uhr  die  ersten  Schüsse  vom  Korps  Kleist  her  fielen.  Dandamme
  war  von  allen  Seiten  umstellt.  Kls  er  sah,  daß  er  verloren
  war,  machte  er  unter  dem  Schutze  des  hestigsten  Rrtilleriefeuers
  kehrt  und  warf  sich  den  Preußen  unter  Kleist  entgegen.  Er
wehrte  sich  verzweifelt.  Gegen  die  Verbündeten  waren  schon  zwei
leiner  Divisionen  aufgerieben  und  gefangen.  Das  Norps  Kleist
wurde  bei  dem  Dersuch  Dandammes  durchzubrechen,  auseinandergesprengt.
  Kleist  selbst  entrann  nur  mit  knapper  Not  der  Ge—

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