fangenschaft.  Die  Landwehr  hatte  hier  versagt.  Was  von  den
Franzosen  durchgebrochen  war,  fiel  dem  General  Sieten,  der  Kleists
Nachhut  führte,  in  die  Hände,  4000  Mann,  die  seitwärts  ausbrachen,
den  osterreichern.  Dandamme  wurde  von  russischen  Jägern  gefangen
  genommen.  Sein  Korps  war  vernichtet,  es  war  mit  Ehren
untergegangen.  8—10  000  Mann,  darunter  viele  höhere  Offiziere,
gerieten  in  Gefangenschaft,  2  Kdler,  5  Fahnen  und  82  GEeschütze
waren  erobert.  —  Im  Eebirge  lagerten  während  der  Nacht  die
Fersprengten  von  Freund  und  Seind  nebeneinander  ohne  Gewißheit
  über  die  Entscheidung,  mit  dem  Zbkommen,  daß  bei  Tage  der
Besiegte  der  Gefangene  des  Nachbars  sein  sollte.  —  Der  Sieg
bei  Kulm  machte  die  Niederlage  bei  Dresden  wieder  gut.  Die
Hoffnung  auf  einen  endgültigen  Sieg  belebte  sich,  als  im  Hauptquartier
  der  Derbündeten  die  Uachricht  von  dem  Siege  bei  Großbeeren
  (23.  Kugust)  über  die  armée  de  Berlin  des  Marschalls
Oudinot  eintraf.  Der  Sieg  bei  Dresden  war  der  letzte,  den  Napoleon
  auf  deutschem  Boden  erfocht.  Er  hatte  nun  schon  80  000
Mann  eingebüßt,  und  der  Ruf  der  Unüberwindlichkeit  war  durch  die
Uiederlagen  bei  Großbeeren,  bei  Hagelberg,  an  der  Katzzbach,  bei
Kulm  von  seiner  Krmee  gewichen.  Don  größter  Bedeutung  für  die
Sukunft  aber  wurde  es,  daß  die  drei  verbündeten  Dölker  zum
getenmal  nebeneinander  für  die  Befreiung  gekämpft  und  geblutet
atten.

König  Friedrich  Wilhelm  III.  bewirkt  durch  sein
tatkräftiges  Eingreifen  den  Sieg  von  Kulm  und
Nollendorf.

von  der  Marwitz  erzählt:  Während  diese  große  Krmee
(die  Ssterreicher  unter  Schwarzenberg)  im  Gebirge  steckte,
schickte  Bonaparte  30000  Mann  unter  Dandamme  von  UNönigstein
  her  in  das  Teplitzer  Tal.  Der  russische  General  Cstermann-Tolstoy,
  der  hier  mit  den  Garden  stand,  ließ  unserm
König,  der  zuerst  in  Teplitz  angekommen  war,  melden,  er
müsse  sich  zurückziehen.  Die  ganze  Krmee  war  verloren,
wenn  es  geschah.  —  Der  König  sah  es  ein  und  ließ  ihm  sagen:
er  fordere  ihn  vielmehr  auf,  den  Dosten  zu  behaupten,  er
werde  gleich  selbst  kommen  und  Seuge  seiner  Taten  sein.
Sugleich  ließ  er  den  Eeneral  Kleist  benachrichtigen,  wie  es
stehe,  er  möchte  auf  der  Chaussee  von  DPeterswalde  dem
Dandamme  in  den  Rücken  fallen.  lles  geschah.  Ostermann
opferte  sich  auf,  verlor  den  Krm  und  den  größten  Teil  seiner
Mannschaft,  der  König  war  Seuge;  unterdessen  kam  die
große  Armee  aus  dem  GEebirge  heraus,  zur  Unterstützung,
und  Kleist  dem  Feinde  in  den  Rücken;  und  obgleich  sich  der

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