soll.  Von  dieser  höhe  aus  konnte  man  weit  um  sich  sehen,
zumal  der  Himmel  inzwischen  wieder  heiter  geworden  war.
Das  vor  uns  liegende  Schlachtfeld  dehnte  sich  von  Kulm  bis
Arbesau  fnordöstlich  Kulm]  aus.  Denjenigen,  die  mit  Fernrohren
  versehen  waren,  entging  es  nicht,  daß  gegen  11  Uhr
mittags  auf  den  Höhen  von  UNollendorf  lnördlich  Krbesau)j
plötzlich  Kanonen  aufgefahren  und  die  Franzosen  dadurch
im  Rücken  beschossen  wurden.  Dem  Kaiser  [Klexander]  erschien
  diese  Wahrnehmung  wie  ein  Rätsel,  und  er  sandte  daher
mehrere  seiner  Zdjutanten,  unter  andern  auch  mich,  nach
jener  Gegend  ab,  um  genauere  HNachrichten  hierüber  einzuholen.
  Kls  ich  nach  Kulm  kam,  fand  ich  das  Dorf  mit  Zusnahme
  einiger  Hulverwagen,  von  welchen  hier  und  da  einige
in  die  Luft  sprangen,  vom  einde  gänzlich  verlassen,  erfuhr
jedoch  daselbst,  daß  die  Preußen  unter  Kleist  den  Franzosen
in  den  Rücken  gekommen  seien  und  Dandamme  deshalb  bereits
den  Rückzug  befohlen  habe.  Ich  eilte,  dem  Kaiser  dies  zu
melden,  worauf  der  Monarch  sogleich  zu  Pferde  stieg  und
mir  befahl,  ihn  an  einen  Ort  zu  führen,  von  wo  er  die  Sache
in  der  Uähe  sehen  könne.  Ich  ritt  nun  mit  dem  Kaiser  nach
Kulm  zurück.  .  Kaum  waren  wir  jenseits  Kulm  angekommen,
  so  brachten  einige  Kosaken  den  General  Dandamme  und
den  Chef  seines  Generalstabes,  General  haxo,  als  Gefangene.
Beide  hatten  sich  in  die  Mitte  einer  zurückweichenden  französischen
  Infanteriekolonne  begeben,  aus  welcher  sie  diese  Kosaken
  —  ein  Uradnick  (Unteroffizier)  und  drei  Gemeine  —
ersteren  am  Kragen  und  letzteren  am  ärmel,  der  infolgedessen
zerrissen  herabhing,  ohne  weiteres  herausschleppten.  Die
Franzosen  waren  durch  diese  kühne  Tat  so  bestürzt,  daß  sie
auf  die  Räuber  ihrer  Generale  zu  schießen  vergaßen  und  alles
ruhig  hatten  geschehen  lassen.  —  Der  Kaiser  sagte  den  Ge—
fangenen  einige  tröstliche  Worte  und  versprach  ihnen  eine
gute  Behandlung,  worauf  indessen  Dandamme  ganz  trotzig
und  ohne  den  hut  abzunehmen  erwiderte:  „Vous  ötes  le
mastre,  Sire!“  Dieses  Benehmen  empörte  mich  so  sehr,  daß
ich  mich  dem  Kaiser  näherte  und  ihm  zuflüsterte,  er  möchte
sich  doch  erinnern,  daß  dieser  Mann  derselbe  sei,  welcher

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