Wie  Deutsche  gegen  Deutsche  kämpften.

In  der  Schlacht  bei  Dennewitz  am  6.  September  1813  wurden
die  Württemberger  von  den  Preußen  fast  aufgerieben.  —  Rach
einem  gleichzeitigen  Bericht.

Das  Bataillon  des  2.  [württembergischen]  Regiments
hielt  unter  seinem  tüchtigen  Sührer,  dem  Obersten  Baur,  noch
fest  zusammen.  Mit  der  größten  hingebung  bestrebte  sich
der  schon  verwundete  Baur,  in  dieser  überwältigenden  Lage
die  Ordnung  zu  erhalten;  Offiziere  und  Unteroffiziere  er—
mahnten  zum  Widerstand.  Jetzt  aber  eröffneten  die  Geschütze
der  spreußischen]  Batterien  ihr  Kartätschenfeuer  auf  das
geängstigte  Regiment;  das  lpreußische]  Bataillon  Holczinski
drang  heran  und  erhielt  nur  noch  einzelne  Schüsse  aus  dem
Diereck.  Die  äußeren  Rotten  warfen  sich  zu  Boden  und  die
Wehrreiter  sprengten  hinein.  Der  brave  Baur  wurde  niedergestochen;
  in  einzelne  Knäuel  geballt,  führte  das  Bataillon
den  Kampf  von  Mann  gegen  Mann  noch  fort,  bis  es  gänzlich
  erlag.  Die  zähe  Kusdauer,  mit  der  es  in  so  verzweifelter
Lage  sich  zur  Wehr  setzte,  hatte  den  Kampf  zur  äußersten
Wut  gesteigert,  und  schwer  nur  war  den  Siegern  Einhalt  zu
tun.  Die  hälfte  der  Mannschaft  deckte  mit  übereinandergehäuften
  Körpern  den  Wahlplatz;  von  15  Cffizieren,  586
Mann  kamen  nur  70  Dersprengte  davon,  230  wurden  gefangen;
  6  Offiziere  lagen  tot,  8  fielen  zum  Teil  verwundet
in  die  Gewalt  der  Gegner.  Dom  7.  Regiment,  welches
18  COffiziere,  611  Mann  stark  gewesen  war  und  weniger
lange  ausgehalten  hatte,  wurden  4—500  gefangen,  1  Offizier,
81  Mann  kamen  durch.  Die  beiden  Fahnen  blieben  in
preußischen  händen,  und  die  württembergische  Zbteilung  fand
einen  vollständigen  Untergang,  nicht  ohne  Ruhm  durch  den
hartnäckig  geleisteten  Widerstand.

(Pfister,  Aus  dem  Lager  des  Rheinbundes.)

Der  Major  von  Mirbach  bei  Dennewitz.
Boyen  erzählt:  Beim  4.  Regiment  stand  ein  Major  Mirbach,
  der  durch  seine  heitere  Laune  und  seinen  schnellen,

oft  sehr  scharfen  Witz  allgemein  bekannt  war.  Bei  dem
Angriff  von  Dennewitz  drehte  er  sein  Pferd  halb  nach

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