Gotha,  22.  September  1815.

Die  Stimmung  ist  hier  wie  in  ganz  Sachsen  auf  das
höchste  gespannt;  man  kann  den  gänzlichen  Untergang  der
französischen  Armee  gar  nicht  erwarten.  Es  ist  nicht  zu  beschreiben,
  welch  schwieriger  Geist  in  ganz  Sachsen  herrscht.

Blücher  an  den  Landschaftsdirektor  von  Bonin.
Bautzen,  22.  September  1813.

Hich  stehe  mit  der  nase  wider  vor  Dreßen  und  denke
ballde  hinein  zu  komen,  der  Francoische  kaißer  steht  mit
seine  haupht  force  bey  Pirna,  mihr  gegenüber  steht  der
könig  von  Neapel  in  großen  Hain,  ich  denke  ihm  in  einigen
tagen  bey  die  Ohren  zu  krigen

man  hat  mich  so  vihll  ordens  und  kreützer  angehangen
daß  ich  sie  kaum  tragen  kan,  vom  Russischen  kaißer  habe  ich
den  andreaß  orden  und  den  des  heilligen  George,  von  ostreich
daß  Commandeurkreütz  des  Teresien  orden,  und  vom  könig  daß
groß  kreütz  des  Eissernen  kreütz,  wen  die  leütte  nuhr  daran
dechten  daß  wenigstens  eine  betreglige  Derr  Schaft  dazu
gehört  um  alle  diese  Ehren  Seichen  angemessen  zu  leben,  versprochen
  wird  genug  ich  denke  zu  letzst  wird  wohl  eine
Donation  der  Francoischen  Marchelle  heran  müssen
Die  Sachen  gehen  nun  guht,  u  vor  winter  sind  wihr  sicher
am  Rein  und  dan  wird  Fride,  wen  ich  selbigen  erlebe  so  sage
ich  gleich  nun  adio  HErren  dinst,  und  lebe  die  pahr  tage  Führ
mich  .  wen  es  Sride  wird  kauff  ich  mich  gleich  wider  in
Pomern  an,  ich  will  ben  diese  brave  nation  sterben,  du
kanst  nicht  glauben  waß  unfre  landwehren  braff  sind  auch
die  Ruben  die  ich  bey  mich  habe  sind  sehr  braff  die  Cosacken
stehlen  aber  wie  die  Raben

Gneisenau  an  Clausewitz

über  die  Kbsicht  der  Schlesischen  Krmee,  die  Elbe  zu  überschreiten.


Am  26.  September  1815.
.  Wir  haben  nun  andere  Entwürfe  gemacht  und
fangen  an  zur  Kusführung  zu  schreiten,  ehe  wir  die  Ge-284

