Blücher  und  Bernadotte
vor  dem  Elbübergang  bei  Wartenburg,  am  2.  Oktober  1813.

GEneisenaus  Kdjutant  hüser  erzählt:  In  Jessen  hatte
Blücher  gleich  nach  seinem  Eintreffen  eine  Konferenz  mit
dem  Kronprinzen  von  Schweden,  bei  welcher  die  Kdjutanten
und  Generalstabsoffiziere  gegenwärtig  waren.  Dem  General
lag  viel  daran,  den  Kronprinzen  zu  vermögen,  mit  seiner
Krmee  gleichfalls  über  die  Elbe  zu  gehen,  wozu  dieser  keine
Lust  bezeigte.  Graf  Goltz  [Adjutant  Blüchers]  mußte  wieder
den  Dolmetscher  machen  und  hin  und  her  übersetzen.  Blücher
indessen  verstand  halb  und  halb  die  ausweichenden  Kutworten
  des  Kronprinzen,  und  ehe  Goltz  sie  ihm  wortgetreu
wiedergeben  konnte,  rief  er  schon  immer  hastig  dazwischen:
„Sagen  Sie  dem  Kerl,  der  Teufel  soll  ihn  holen,  wenn  er
nicht  wolle“,  und  ähnliche  freundschaftliche  Überzeugungsgründe.
  Goltz  gab  natürlich  diese  Einreden  in  verfeinerter
Hassung,  und  nach  langem  GEespräch  trennte  man  sich  mit
den  Dersicherungen  gegenseitiger  Befriedigung.

(Denkwürdigkeiten  aus  dem  Leben  des  Generals  von  Hüter.)

Blücher  an  seine  Truppen  vor  dem  Sturm
auf  das  Dorf  Wartenburg  am  3.  Oktober  1815.

Boyen  erzählt:  Blücher  ließ,  sobald  das  Korps  des  Ge—
nerals  Dorck  über  die  Elbe  war,  Wartenburg  ungesäumt  angreifen.
  Es  war  am  frühen  Morgen,  und  als  die  preußischen
Truppen  sich  zum  Angriff  formierten,  rauchten  alle  Schornsteine
  im  Dorfe;  da  ritt  Blücher  vor  die  Front  und  sprach
mit  seiner  hellen  wohlklingenden  Stimme  zu  den  Soldaten:
„Jungens!  Seht,  da  backen  sich  die  verfluchten  Franzosen
Weißbrot  zum  Frühstück,  das  wollen  wir  ihnen  wegnehmen,
weil  es  noch  warm  ist,  Marsch!“

(von  Boyen,  Denkwürdigkeiten.)

Ein  preußischer  Dionieroffizier  über  die  Schlacht
bei  Wartenburg.

Es  war  Mittag  geworden,  ehe  das  ganze  Norcksche
Korps  über  die  beiden  Schiffbrücken  gerückt  war.  Seit
5  Stunden  waren  diese  UTruppen  nun  schon  im  Marsch
und  im  Gefecht,  als  die  2.  Brigade  gegen  Bleddin  san  der

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