sofort  in  Marsch;  an  der  Spitze  des  2.  Bataillons  vom  Ceibregiment
  führte  er  seine  Truppen  persönlich  zum  Sturm.  Der
Sugang  über  den  schmalen  Damm  wurde  durch  eine  feindliche
Batterie  verteidigt.  Die  erste  HPaßkugel,  die  der  anstürmenden
preußischen  Brigade  entgegenflog,  traf  gerade  in  die  Brust
des  Pferdes,  auf  dem  General  Horn  ritt;  das  Tier  stürzte
tot  unter  ihm  zusammen.  Der  General  liegt  unter  dem
Dferde;  da  schreit  sein  Kdjutant,  der  Graf  Canitz:  Sherr
Jefus!  da  liegt  der  General  K  herr  von  horn  ruft  ihm
entgegen:  »Da  is  was  zu  herr  Jesussen;  mir  fehlt  nichts;
schafft  mir  die  Steigbügel  von  den  Beinen  K#  Die  Musketiere,
  die  ihm  zunächst  marschieren,  reißen  dem  General  die
Steigbügel  von  den  güßen;  er  springt  auf,  ergreift  das
Gewehr  eines  totgeschossenen  Soldaten  und  schreit:  »Ein
Hundsfott,  der  schießt!«  So  springt  der  gewaltige  Mann
voran;  das  ganze  Bataillon  folgt  ihm  im  raschen  Lauf
mit  gefälltem  Bojonett.  Die  feindliche  Batterie  speit  einen
Kartätschenhagel  gegen  das  Bataillon  und  schmettert  ganze
Rotten  nieder.  Ueun  Offiziere  werden  verwundet,  General
Horn  bleibt  unversehrt  und  ist  persönlich  der  erste  in  Wartenburg,
  schlägt  eigenhändig  die  Kanoniere  in  der  feindlichen
Batterie  mit  dem  Kolben  tot,  und  seine  Musketiere  vom
Leibregiment  stechen  mit  dem  Bajonett  alles  nieder,  was  sich
noch  zur  Wehr  setzt.  So  ist  Wartenburg  gestürmt;  die  ganze
Brigade  dringt  nach  und  wirft  den  Feind  aus  allen  seinen
Schanzen.  Eeneral  Bertrand  zog  sich  mit  einem  Gesamtverlust
  von  etwa  1500  Mann  gegen  Wittenberg  zurück.

Als  am  Zbend  der  General  Norck  sein  heer  ins  Lager
rücken  ließ  und  das  2.  Bataillon  vom  Leibregimente  bei  ihm
vorbeimarschierte,  nahm  er  die  Uütze  ab,  bis  der  letzte
Mann  vorüber  war.

Dieser  Sieg  war  damals  allein,  ganz  allein  mit  preußischem
  Blut  errungen.  Die  mecklenburgischen  hufaren  haben
zwar  rühmlichen  Teil  genommen  an  diesem  Gefecht,  aber
nichts  darin  verloren;  und  die  Russen  unter  dem  General
St.  Priest,  die  auch  während  des  Sturmes  in  Wartenburg
über  die  Elbe  gingen,  kamen  nicht  mehr  ins  Gefecht.

19  Dle  Befrelung.  289