Gneisenau  an  den  Staatskanzler  hardenberg

über  die  Landwehr  bei  Wartenburg  am  Z.  Oktober  1813.

Die  Landwehren  spielten  lbei  dem  Sturm  auf  das  Dorf
Wartenburg]  mit  die  vorzüglichste  Rolle,  namentlich  das
Bataillon  Sommerfeld,  aus  dem  hirschberger  Kreise,  großenteils
  aus  Leinwebern  bestehend.  So  bilden  sich  jetzt  die  jungen
Truppen  zum  Krieg  aus.  Möge  die  Weisheit  der  Führer  einen
solchen  Geist  in  den  Truppen  zweckmäßig  leiten!  „Sehtl  dort
rückt  das  Bataillon  des  Leib-Infanterieregiments
an  den  Feind;  die  wollen  was  Besseres  sein  als
ihr“  redete  der  General  horn  die  Landwehrmänner  an.
„Uein,  nein,  wir  sind  ebenso  gut  als  sie“  antworteten
  die  Landwehrmänner,  und  zugleich  mit  den  andern  setzten
  sie  an  den  Seind.

Möchte  Ew.  Exzellenz  diese  braven,  armen  TLeute  sehen,
wie  sie  der  notdürftigsten  Kleidungsstücke  ermangeln  und
den  Krankheiten  und  der  Ermattung  erliegen,  es  würde  Ihnen
das  herz  pressen.

Blücher  an  seinen  Freund  Bonin.
Wartenburg,  4.  Oktober  1813.

Gestern  ist  mich  daß  wigtigste  unternehmen  waß  nuhr
stadt  haben  kan,  wen  man  so  brawe  Truppen  Führt  gelungen,
der  kronprintz  von  Schweden,  Generall  von  Bulow  und  Tauenzien
  standen  seit  8  tagen  an  der  Ellbe  ich  brach  von  Dreßen
uf,  marchirte  mit  forcirten  merschen  die  Ellbe  hinunter
bis  Ellster,  Schlug  im  angesicht  einer  Feindligen  armeeh  unter
den  Schutz  meiner  Batterien  2  brücken  über  die  Ellbe,  Passirte
den  Sluß  und  griff  den  Heind  in  seine  verschantzungen  an  und
nach  einen  gefegt  von  4  Stunden  daß  mäöhrdrisch  wahr
hatte  ich  einen  volligen  Sieg  erfochten,  es  sind  keine  andern
Truppen  als  meine  Preußen  zum  gefechte  gekommen,  mein
verlust  ist  nicht  unbetregtlich,  16  Canonen  und  70  amunitzions
wagen  und  ville  gefangne  sind  in  meine  hende  der  Feind
fliht  auf  Dessau  und  ich  vervollge  ihm  die  Uropeen  sind
bey  weitten  nicht  so  bedeüttendt  als  an  der  Katzbach,  aber  die
vollgen  deß  sigs  müßen  groß  sein  denn  nun  geht  alles

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