stellen  und  vermochte  es  nicht,  seine  Erschütterung  zu  verbergen.
  (Steffens,  Was  ich  erlebte.)
Gneisenau  an  den  Staatskanzler  hardenberg
über  seine  Jukunft.
Düben,  7.  Oktober  1815.

.  Erlauben  Ew.  Exzellenz  dem  Freunde,  ein  paar
Worte  von  sich  zu  sagen.  Wenn  nicht  große  Fehler  gemacht
werden,  und  die  Regenten  beharrlich  sind,  so  muß  sich  dieser
Krieg  vorteilhaft  für  die  gute  Sache  enden.  Mein  vorgerücktes
  Alter  würde  mich  dann  nur  bei  einer  großen
Staatsgefahr  die  Waffen  wieder  ergreifen  lassen.  Im  Frieden
mag  ich  nicht  mehr  Soldat  sein.  Ich  babe  auch  andere  Gründe,
die  es  mir  wünschenswert  machen,  aus  der  Krmee  zu  treten,
worunter  mit  der  gehört,  daß  mir  der  König  nicht  gewogen
  ist.  Nach  meiner  Neigung  würde  ich  mich  in  die
Stille  des  Landlebens  zurückziehen,  bei  der  Serrüttung  meiner
häuslichen  Angelegenheiten  indessen,  finde  ich  dies  nicht  ausführbar.
  Ich  muß  mich  demnach  um  ein  Amt  und  ein
Einkommen  bewerben,  womit  ich  meine  noch  jungen  KNinder
erziehen  und  wovon  ich  etwas  ersparen  könnte,  um  sie  nach
meinem  Uode  nicht  dem  Mangel  auszusetzen.  Dergleichen
mter,  denen  ich  vorstehen  könnte,  sind  wenige;  aber  es
gibt  eines,  das  ich  mir,  mit  hilfe  einiger  routinierter
Männer  zu  verwalten  getraute,  und  das  ist  das  eines  General-=postmeisters.
  Schlechter  als  es  jetzt  verwaltet  wird,  kann  es
von  mir  auch  nicht  geschehen,  und  vielleicht  würde  ich  mehr
Tätigkeit  in  diesen  etwas  faul  gewordenen  Staatsgeschäftskreis
  zu  bringen  wissen.  Für  den  Hall  also,  daß  ich  diesen
Krieg  überleben  sollte,  wünsche  ich  mir  die  Anwartschaft  auf
herrn  Segebarths  Stelle,  und  Ew.  Exzellenz  würden  sich,
durch  Gewährung  dieser  meiner  Bitte,  den  Anspruch  auf  die
Dankbarkeit  meiner  sieben  Kinder  erwerben,  deren  Jukunft,
durch  die  allgemeine  Derarmung,  denn  doch  gefährdet  ist.
halten  Ew.  Exzellenz  mir  nicht  etwa  andere  Zussichten
vor.  Ich  sehe  nur  mit  Bitterkeit  auf  selbige;  und  ehe  ich
mich  auf  selbige  verweisen  ließe,  lieber  würde  ich  in  irgendeinem
  stillen  Winkel  der  Erde  das  Brot  des  Kummers  essen.

202