König  und  sein  Reich,  und  jedes  allgemeine  Interesse  enthalte
  eine  strafbare  Einmischung  in  die  Kbsichten  des  Gouvernements.


Endlich  sei  es  die  Dflicht  eines  jeden  getreuen  Dieners
nur  die  Sache,  für  welche  Ihr  Souverän  sich  erklärt  habe,
als  die  wahre  gute  Sache  anzusehen,  und  Se.  Königl.  Majestät
  erteilten  daher  nicht  nur  dem  v.  Jasmund  einen  ernstlichen
Derweis,  sondern  werden  auch,  da  Sie  jetzt  von  seinen  Gesinnungen
  unterrichtet  sind,  ihn  für  die  Sukunft  dahin  zu
stellen  wissen,  wo  dergleichen  überspannte  IJdeen  unschädlich
  werden.  (Rheinischer  Merkur,  Nr.  83.  7.  Juli  1814.)

Jasmund  wurde  später  Zdjutant  Gneisenaus.

Der  KAufmarsch  der  heere  zur  Entscheidungsschlacht
bei  Ceipzig.

Als  der  Kronprinz  Bernadotte  mit  der  Uordarmee  und  B’ücher
mit  dem  Schlesischen  HBeer  die  Elbe  überschritten  haiten  und  beide
die  Mulde  aufwärts  zogen,  sammelte  Napoleon  sein  heer,  um
Blücher,  der  60000  Mann  führte,  mit  150000  Mann  zu  zerschmettern.
  Ungewiß,  ob  Bernadotte  auch  wirklich  ihn  in  dem
gefährlichen  Kampfe  unterstützen  werde,  ging  Blücher  auf  das
linke  Ufer  der  Mulde.  Bernadotte,  durch  Napoleons  Vorstoß  erschreckt,
  wollte  auch  Blücher  an  sich  ziehen,  um  bei  ken,  14  km
westlich  Dessau,  über  die  Elbe  zurückzugehen.  Blücher  folgte
ihm  nicht,  sondern  marschierte  am  11.  Oktober  nach  Halle,  um
die  Saale  aufwärts  gegen  Leipzig  vorzurücken.  Er  sah  die  Entscheidung
  auf  den  Ebenen  vor  Leipzig  heranreifen.  Die  Verbindung
mit  der  Hhauptarmee  war  jetzt  notwendig  geworden.  Diese  war
am  27.  September  mit  160000  Mann  aus  Böhmen  aufgebrochen,
nachdem  die  russische  Reservearmee  unter  Bennigsen  am  26.  zu
ihr  gestoßen  war.  Sie  hatte  17  Tage  gebraucht,  um  einen  Tagemarsch
  südlich  von  LCeipzig  zu  erscheinen,  bis  wohin  die  gerade
Entfernung  vom  Südfuß  des  Erzgebirges  nur  14  Meilen  beträgt.
Uapoleon  wartete  vom  10.—14.  Oktober  im  alten  Schloß  von
Düben  (halbwegs  zwischen  Leipzig  und  Wittenberg)  auf  die  Klärung
der  Derhältnisse  beim  Gegner.  Als  er  erfuhr,  daß  nun  die  Haupt—-armee
  unter  Schwarzenberg  in  erreichbarer  Uähe  stand,  wandte
auch  er  sich  gegen  Leipzig,  um  dort  die  Entscheidung  zu  suchen.
In  ununterbrochenem  Suge,  bei  Tag  und  bei  Nacht,  drängten  sich
am  13.  Oktober  seine  Kolonnen  über  die  Muldebrücke  bei  Düben.
Km  14.  Oktober  focht  Wittgenstein  bei  LCiebertwolkwitz  (im  Süden
von  Leipzig)  siegreich  gegen  die  Kavallerie  Murats,  des  Königs
von  Ueapel.  Km  selben  Tage  traf  Napoleon  in  Ceipzig  ein.
Bayern,  das  am  8.  Oktober  im  Dertrag  zu  Ried  den  Derbündeten
beigetreten  war,  erklärte  am  15.  Oktober  an  Hrankreich  den
Krieg.  Km  nämlichen  Tage  setzte  sich  Blücher  von  Schkeuditz  (nord-295

