Fang  tun  zu  können,  so  hatte  ich  doch  für  alle  Fälle  zwei
Eskadrons  bestimmt,  die  auf  ein  von  mir  mit  dem  Taschentuch
gegebenes  Seichen  sogleich  rechts  und  links  um  den  Hügel
herumreiten  und  ihn  einschließen  sollten,  um  diejenigen  abzufangen,
  die  sich  etwa  auf  die  höhe  heraufgewagt  haben  würden.
  Ich  war  also  voller  Hoffnung  und  wollte  eben  das  verabredete
  Seichen  geben,  als  in  der  Kufregung  des  Zugenblicks
ein  Mann  aus  einer  der  beiden  von  mir  bestimmten  schwadronen
  seinen  Säbel  fallen  läßt  und  in  der  Befürchtung,  daß
das  Geklirr  bis  nach  oben  gedrungen  und  mein  Seichen  zu
spät  kommen  könne,  den  Karabiner  ergreift  und  sofort  mitten
in  den  Haufen  auf  der  Höhe  hineinfeuert  und  einen  preußischen
Major  tötet.

Natürlich  war  die  ganze  Kavalkade  in  demselben  Moment
  wie  weggeblasen,  und  wenn  auch  ich  mit  einem  Teil
meiner  Leute  auf  der  Stelle  hinterherjagte,  so  sah  ich  bei  dem
Dorsprung,  den  die  feindlichen  Reiter  schon  gewonnen  hatten,
die  Nutzlosigkeit  der  weiteren  Derfolgung  bald  ein  und  kehrte,
ganz  außer  mir  über  den  vereitelten  Fang,  um,  als  ich  die
Leibwache  herankommen  hörte.  Später  erfuhr  ich  von  meinem
Freunde,  dem  in  der  Garde  des  Großherzogs  von  Darmstadt
stehenden  Obersten  von  Stosch,  daß  mir  der  Kaiser  von  Rußland
  und  der  König  von  Hreußen  entgangen  waren.

(Memoiren  des  Generals  Marbot.)

General  Dorck  am  Morgen  der  Schlacht  bei  Leipzig,
den  16.  Oktober  1813.

Dorck  war  in  Schkeuditz.  „Er  hatte,“  schreibt  ein  Offizier
seiner  Umgebung,  „wie  er  immer  für  uns  sorgte,  uns  zu  einem
warmen  Hrühstück  bei  sich  vereinigt;  die  Pferde  standen  gesattelt
  vor  der  Tür.  Da  trat  Graf  Brandenburg  herein,
brachte  die  Befehle  Blüchers.  Dorck  erhob  sich,  sein  Glas  in
der  Hand,  sagte  sein  Lieblingssprüchlein:  Knfang,  Mittel  und
Ende,  herr  Gott  zum  besten  wende“,  leerte  das  Glas  und
setzte  es  still  hin.  Wir  taten  ein  Gleiches.  In  feierlicher,  ernst
erhobener  Stimmung  gingen  wir  zur  Schlacht.  Es  galt,  das
fühlten  wir  alle,  auf  diesen  so  oft  blutgetränkten  Feldern

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