lich  gekleidet,  frei  und  leicht,  wie  mit  seinem  köstlichen
Braunen  zusammengewachsen.  Wo  Napoleon  bisher  gewesen,
  hatte  ich  nicht  erfahren  können:  daß  er  den  Weichenden
von  jener  Seite  her  zueile,  mußte  einem  sogleich  einfallen.
Uoch  um  ein  Kleines  war  das  Feuer  in  jener  Richtung  gewichen:
  kaum  aber  konnte  er  bei  den  Seinen  dort  eingetroffen
sein  lbei  Wachauj,  so  tobte  das  Eeschütz  aller  Krt  ärger  als
je  vorhin.  —  Mit  gleicher  hitze  und  Gewalt  dauerte  das  Feuer
auf  diesem  Dunkte  —  ohne  daß  es  darum  auf  irgendeinem  anderen
  schwieg  —  etwa  eine  Stunde  fort:  da  lenkte  sich  der
hauptpunkt  sehr  langsam  wieder  zurück  und  dehnte  sich  zugleich
  weit  mehr  in  die  Breite,  weiter  hinaus.  Wie  auch  alles
Eefühl  sich  dagegen  sträubte:  ich  mußte  mir  sagen:  hHier
wendet  sich's  zum  vorteil  eurer  Unterdrücker!

Von  gegen  zwei  Uhr  an  sah  ich  vor  meinen  Senstern  an
der  Dromenade  hin  fünf  oder  sechs  Regimenter  frischer  Truppen
  im  Eilmarsch  und  vollkommener  Ordnung  vorüber  nach
dem  Ranstädter  Tore  zu  und  dann  auf  der  Cindenauer
(haussee  hin  marschieren.  Diese  sollten  wohl  die  langsam
zurückweichenden  Alliierten  entweder  durchbrechen  oder  von
der  Seite  und  im  Rücken  fassen,  während  Uapoleon  unaufhörlich
  von  entgegengesetzter  Seite  auf  sie  drängte.  Gegen
drei  Uhr  mochten  diese  zum  Eefecht  gekommen  sein  —  man
konnte  sie  auf  der  Sinne  meines  Wohnhauses  ziemlich  genau
verfolgen:  aber  auch  ein  großes  Korps  frischer,  ich  weiß
nicht  welcher,  verbündeter  Truppen  schien  von  TLützen  her
angerückt  zu  sein,  und  zwar  mit  viel  Reiterei  und  auch  —
das  gab  der  Klang  —  mit  gewaltiger  Krtillerie.  Nun  ward
das  Feuer  gräßlich.  Da  indes  das  Sentrum,  vielleicht  durchbrochen,
  vielleicht  sonst  in  Unordnung  gebracht,  sicher  wenigstens
  zurückgedrängt  war:  so  flogen  Zdjutanten  und  Eilboten
  aller  Krt  herein  nach  der  Stadt,  schrien  unaufhörlich
die  Siegespost  aus,  mit  dem  Lebehoch  ihres  Kaisers,  eilten  zu
allen  Behörden  —  der  eine  mit  gewissem  Glanze  zu  unserm
Nönig;  alles,  was  Franzos  war  oder  schien,  schrie  sie  nach,
diese  Siegespost  und  dies  Lebehoch;  von  allen  Kirchtürmen
mußten  die  Glocken  ertönen;  was  nicht  Franzos  ist  oder  schei-306

