stellen.  Wir  eilten  dorthin,  fanden  aber  den  Platz  ganz  mit
Truppen  verstopft.  Der  Übergang  war  schon  wieder  vernichtet;
  denn  trotz  aller  Bitten,  den  Belag  erst  befestigen  zu  lassen,
waren  die  Generale  Kugerau  und  Diktor  doch  hinübergeritten.
Dadurch  hatte  sich  der  Belag  verschoben,  er  war  infolge  der
Erschütterung  allmählich  ins  Wasser  geglitten  und  trieb  nun
in  den  Fluten.  ZKuf  die  allein  liegengebliebenen  schlüpfrigen
beiden  Baumstämme  wagte  sich  aber  niemand.  In  meiner  damaligen
  Stimmung,  in  welcher  ich  dachte:  lieber  tot  als  gefangen,
  besann  ich  mich  nicht  lange.  Nachdem  es  mir  geglückt
war,  in  dem  Gedränge  vom  Pferde  zu  kommen  und  mich  meines
langen  Mantels  zu  entledigen,  betrat  ich  die  beiden  etwa  einen
Schritt  auseinanderliegenden  Baumstämme  und  schritt  behutsam
  vorwärts.  Schon  hatte  ich  über  die  hälfte  des  Weges
hinter  mir,  als  andere  sich  entschlossen,  mir  zu  folgen.
hierdurch  entstand  ein  starkes  Schwanken  und  ich  fiel  ins
Wasser.  Sum  Elück  fand  ich  Grund,  aber  das  Ufer  war  abschüssig
  und  der  fette  Boden  schlüpfrig,  alle  meine  Kustrengungen,
  es  zu  erklimmen,  blieben  vergeblich.  Judem  wurde  ich
von  vorn  durch  feindliche  Schützen  beschossen,  die,  weiß  Gott
wo,  über  den  Fluß  gelangt  waren.  Wunderbarerweise  kam
ich  aus  dieser  schrecklichen  Lage  heil  davon,  denn  nachdem  das
Seuer  eine  Weile  gedauert  hatte,  ohne  mich  zu  treffen,  wurde  ich
durch  Leute  von  uns,  die  den  Feind  vertrieben,  heraufgezogen.
Triefend  vom  Wasser,  rieselte  doch  auch  gleichzeitig  der
Schweiß  an  meiner  Haut  herunter.  Die  Anstrengung  war  zu
übermäßig  gewesen,  ich  konnte  kaum  zu  Ktem  kommen.  Marmont,
  der  Herzog  von  Ragusa,  der  sich  schon  seit  dem  Morgen
auf  dem  linken  Ufer  befand,  hatte  mich  bemerkt  und  gab  mir
ein  Pferd.  Mir  wären  trockene  Kleider  lieber  gewesen.
Drüben  über  dem  Sluß  dauerte  das  Schießen  noch  fort,
plötzlich  aber  hörte  es  auf.  Bis  an  den  Rand  des  Wassers
getrieben,  standen  unsere  ratlosen  Truppen  in  dichtgedrängten
haufen.  Su  hunderten  stürzten  sie  sich  in  die  Fluten.  Nur
wenigen  gelang  es,  das  Ufer  zu  erreichen,  die  anderen  fanden
in  dem  reißenden  Gewässer  ihren  Tod.  Es  war  ein  trostloser,
herzzerreißender  Kublick,  und  durch  all  den  Lärm,  das  Se-319

