schrei  der  Massen  und  den  hilferuf  der  Ertrinkenden  drang
deutlich  zu  mir  herüber:  „Monsieur,  le  maréchal,  sauvez  vos
soldats!  sauvez  vos  enfants!“  Ach  Gott,  ich  konnte  ja  nicht
helfen!  Ich  brach  selbst  fast  zusammen.  überwältigt  von  all
dem,  was  in  den  letzten  Stunden  auf  mich  eingestürmt  war,
nervös,  abgespannt,  körperlich  und  geistig  ganz  danieder,
konnte  ich  mich  bitterer  Tränen  nicht  erwehren  und  wandte
mich,  diese  Stätte  des  Grauens  zu  verlassen.
(Memoiren  des  Marschall  Macdonald.)

Gneisenau  an  Frau  von  Clausewitz
über  den  Sieg  bei  Leipzig.
Leipzig,  19.  Oktober  18153.

Wie  glücklich  ich  bin,  können  Sie  ermessen.  Es  gibt  kein
beseligenderes  Gefühl  als  Befriedigung  einer  solchen  Nationalrache.
  Unaufhaltsam  schreiten  wir  jetzt  an  den  Rhein  vor,
um  diesen  vaterländischen  Strom  von  seinen  Hesseln  zu  befreien.


Gneisenau  an  seine  Srau
über  den  Sieg  bei  Leipzig.
Leipzig,  19.  Oktober  1815.

Die  große  Schlacht  ist  gewonnen;  der  Sieg  ist  entscheidend.
Gestern  kämpften  die  ungeheuern  Massen  gegeneinander.  Ein
Schauspiel,  wie  es  seit  Tausenden  von  Jahren  keines  gegeben
hat.  Von  einer  höhe  konnte  ich  die  jenseitige  Krmee  übersehen;
  die  unfrige  fast  diesseits.  Diel  Blut  ist  geflossen.  Kuf
meilenlangen  Strecken  liegen  die  Toten  und  die  Derstümmelten.
  Wir  drängten  endlich  die  französische  Armee  in  einem
engen  Raum  dicht  bei  Leipzig  zusammen.  Die  Nacht  ließ  endlich
  das  Feuern  aufhören.  Heute  früh  griff  ein  Teil  unserer
lder  schlesischen!)  Krmee  Leipzig  an.  Unser  Angriff  auf  Leipzig
war  sehr  blutig.  Nach  vielen  Stunden  Hrbeit  erstürmten
unsere  Truppen  die  Stadt.  Von  allen  Seiten  begegneten  sich
die  Truppen  der  verschiedenen  Krmeen.  Der  General  Blücher
und  wir  waren  die  ersten,  die  einzogen.  Wir  wurden  von
dem  Freudengeschrei  der  Einwohner  und  von  dem  hurrarufen
  der  siegenden  Truppen  bewillkommt.  Wir  fanden

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