der  Same  gestreut  zu  der  schönen  Ernte,  die  uns  erwartet,  und
deren  Ertrag  wir  mit  Srömmigkeit,  Dankbarkeit  gegen  die
Vorsehung  und  Mäßigung  genießen  dürfen

Die  verbündeten  Mächte  haben  mir  die  Gesamtverwaltung
  der  besetzten  Länder  gegeben.  IDer  russische  Sürst
Repnin  ist  zum  Gouverneur  von  Sachsen  ernannt.  Ich  reise  ab,
sobald  die  heere  Frankfurt  erreicht  haben,  in  vierzehn  Tagen.

Goethe.
Annalen  oder  Tag-  und  Jahreshefte.
1815.

Hier  muß  ich  noch  einer  Eigentümlichkeit  meiner  Handlungsweise
  gedenken.  Wie  sich  in  der  politischen  Welt  irgend
ein  ungeheures  Bedrohliches  hervortat,  so  warf  ich  mich  eigensinnig
  auf  das  Entfernteste.  Dahin  ist  denn  zu  rechnen,  daß
ich  von  meiner  Rückkehr  aus  Karlsbad  an  mich  mit  ernstlichstem
  Studium  dem  Chinesischen  Reich  widmete,  und  dazwischen,
  eine  notgedrungene  unerfreuliche  Kufführung  des
Essex  im  Zuge,  der  Schauspielerin  Wolff  zuliebe,  und  um  ihre
fatale  Rolle  zuletzt  noch  einigermaßen  glänzend  zu  machen,  den
Epilog  zu  Essex  schrieb,  gerade  an  dem  Tag  von  Ceipzig.

Oberst  henckel  befreit  viertausend  Gefangene
bei  Taucha  am  21.  Ottober  1815.

Graf  henckel  von  Donnersmarck  erzählt:  Durch  Baumeroda
  marschierend,  fand  ich  im  Dorfe  einen  verlassenen  großen
  Biwak,  und  nach  eingezogenen  Erkundigungen  sagte  mir
der  Richter  des  Orts,  es  sei  schade,  daß  ich  nicht  früher  gekommen,
  indem  hier  eine  große  Menge  Gefangener,  von  zwei
polnischen  Bataillonen  eskortiert,  die  Nacht  zugebracht  hätten.
Ich  übergab  sogleich  dem  ältesten  Offizier  nach  mir,  dem
Major  von  Burghoff,  den  Befehl,  mit  den  übrigen  Truppen
den  Marsch  nach  Freiberg  fortzusetzen,  ich  aber  nahm  das
2.  Husarenregiment  und  das  sächsische  Thevauxlegersregiment,
rot  mit  schwarzen  Ulappen,  welches  ein  Major  von  Trotha
kommandierte,  und  trabte  den  Gefangenen  nach.  Es  dauerte

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