Tage  verbunden.  Die  Binden  sind  zum  Teil  von  grauer  Lein—-wand,
  aus  Dürrneberger  Salzsäcken  geschnitten,  die  die  haut
mitnehmen,  wo  sie  noch  ganz  ist.  In  einer  Stube  stand  ein
Korb  mit  rohen  Dachschindeln  zum  Schienen  der  zerbrochenen
Elieder.  Diele  Amputationen  sind  versäumt,  andere  werden
von  unberufenen  Menschen  gemacht,  die  kaum  das  Barbiermesser
  führen  können  und  die  Gelegenheit  nützen,  ihre
ersten  Kusflüge  an  den  verwundeten  Eliedern  unserer  Krieger
zu  versuchen  ...  An  Wärtern  fehlt  es  ganz.  Derwundete,  die
nicht  aufstehen  können,  faulen  in  ihrem  eigenen  Unrat  an  ..  .

.  .  JIch  schließe  meinen  Bericht  mit  dem  gräßlichsten
Schauspiel,  das  mir  kalt  durch  die  Elieder  fuhr  und  meine
ganze  Fassung  lähmte.  Uämlich  auf  dem  offenen  hofe  der
Bürgerschule  fand  ich  einen  Berg,  der  aus  Nehricht  und  Leichen
meiner  Landsleute  bestand,  die  nackend  lagen  und  von  hunden
und  Raben  angefressen  wurden,  als  wenn  sie  Missetäter
und  Mordbrenner  gewesen  wären.  So  entheiligt  man  die
Überreste  der  Helden,  die  dem  Daterlande  gefallen  sind!
Ob  Schlaffheit,  Indolenz  oder  böser  Wille  die  Ursache  des
schauderhaften  Loses  ist,  das  meine  Landsleute  hier  trifft,  die
für  ihren  König,  das  Daterland  und  die  Ehre  der  deutschen
Uation  geblutet  haben,  mag  ich  nicht  beurteilen.  An  andern
Orten  [Berlin,  Dragl  ist  ihr  Schicksal  günstiger  gewesen,  wo
jedermann  sich  an  ihr  Lager  drängte,  auf  welches  ihr  Kampf
für  die  Unabhängigkeit  sie  niederwarf,  Balsam  in  ihre  Wunden
  goß,  ihre  Schmerzen  linderte  und  durch  Mitgefühl  ihren
Mut  stählte.  Ich  appelliere  an  Ew.  Exzellenz  humanität,
an  Ihre  Liebe  zu  meinem  Nönig  und  seinem  olk,  helfen  Sie
unsern  Braven,  helfen  Sie  bald,  an  jeder  versäumten  Minute
klebt  eine  Blutschuld.  Legen  Sie  ein  Schock  kranker  Baskieren
in  die  Betten  der  Bankiersfrauen  und  geben  Sie  in  jedes
Krankenzimmer  einen  Nosaken  mit,  der  für  RKufrechterhaltung
der  Ordnung  verantwortlich  ist.  Diese  Maßregel,  die  gewiß
Qust  und  Liebe  zum  Dinge  macht,  scheint  mehr  hart  zu
sein,  als  sie  es  wirklich  ist.  Der  Kranke  muß  ins  Bette
und  die  Gesunden  müssen  zu  seiner  Wartung  davor  stehen.
Wir  bespötteln  sonst  in  dem  Tadel  des  Hottentotten,  der  sich

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