einandersetzte,  daß  man  nicht  mit  Frankreich  Krieg  führe,  sondern
nur  mit  dem  Friedensstörer  Napoleon.  Diese  schielende  Hhrase
kostete  noch  viel  Blut  und  verschaffte  Frankreich  den  orteil,
je  nachdem  mit  Napoleon  oder  mit  den  Derbündeten,  hinter  denen
schon  die  Bourbonen  auftauchten,  die  Früchte  des  Siegs  zu  genießen.
  ZKus  solcher  Sweideutigkeit  konnte  nichts  Gutes  kommen.
So  war  denn  auch  der  Seldzugsplan  auf  die  hinterhältige  Diplomatie
  zugeschnitten.  Blücher  sollte  mit  der  Schlesischen  Krmee
dem  preußischen  Korps  Dorck  und  den  beiden  russischen  Korps
cken  und  Langeron)  den  Rhein  zwischen  Mannheim  und  Ehrenbreitstein
  überschreiten.  Hür  die  hauptarmee  unter  dem  Fürsten
Schwarzeuberg,  dem  auch  Blücher  unterstand,  wurde  ein  merkwürdiger
  Dlan  ersonnen.  Dieses  heer  sollte  durch  die  Schweiz
auf  das  Plateau  von  TLangres  marschieren,  das  im  Osten  Frankreichs
  die  Wasserscheide  zwischen  dem  Kanal,  dem  Kltlantischen
Ozean  und  dem  Mittelmeer  bildet.  Dort  entspringen  die  Seine
und  die  Marne.  Bei  Basel  und  Schaffhausen  sollte  die  Haupiarmee
  über  den  Rhein  gehen  und  zunächst  die  Schweiz  zur  Neutralität
  bringen.  Dieser  verschrobene  Kriegsplan  hatte  seinen
Ursprung  in  dem  Gedanken,  die  Festungen  im  Osten  zu  umgehen,
  und  Uapoleon  durch  Manöver  zu  ermüden.  Zuch  Blücher
bolte  sich  gegen  Langres  ziehen,  aber  auch  bereit  sein,  selbstänig
  zu  handeln  oder  sich  mit  der  Krmee  des  Generals  Bülow,
die  im  Norden  stand,  zu  vereinigen.  Klle  drei  Uätigkeiten  hat
Blücher  im  Derlauf  des  Feldzugs  geübt.  Bülow  hatte  am  19.  November
  von  Bernadotte  den  Befehl  erhalten,  über  den  Uiederrhein
Zu  gehen  und  Holland  zu  erobern.  Schon  in  den  ersten  Tagen
des  Januar  1814  stand  Bülow  vor  Breda.  Holland,  das  der
Marschall  Macdonald  mit  geringen  Streitkräften  verteidigt  hatte,
war  von  den  SFranzosen  geräumt.  Im  Rücken  der  Derbündeten
verloren  die  Franzosen  eine  Festung  nach  der  andern:  am  11.  November
  1813  kapitulierte  der  Marschall  St.  Tyr  in  Dresden  mit
35000  Mann;  am  30.  Movember  Stettin,  am  26.  Dezember  Torgau,
am  20.  Danzig.  Uur  Hamburg  wurde  von  Marschall  Davout  bis
zum  Ende  des  Kriegs  gehalten.
Kls  die  Derbündeten  den  Rhein  überschritten,  waren  sie  insgesamt
  265.000  Mann  stark:  Schwarzenberg  hatte  200  000,  Blücher
65000  Mann.

Blücher  an  seine  Frau.
Altenkirchen  am  Rein,  11.  Uovember  1815.

Ich  Schreibe  und  Schreibe  krige  aber  keine  antwohrt  von
dich,  daß  du  geschriben  hast,  bin  ich  sicher  aber  gott  weiß
wo  die  brive  bleiben  einige  tage  habe  ich  an  husten  und
Schnupffen  sehr  gelitten,  bin  aber  wider  wohl.

nun  bin  ich  am  Reihn  und  bescheftige  mich  damit  diesen
Stoltzen  Strohm  zu  DPassiren,  den  ersten  briff  den  ich  dich
schreibe  will  ich  vom  ienseitigen  uffer  Datieren,  was  sagst  du

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