grunde  gegangen  sein.  Da  sie  aber  fortbestanden  sind,  und  in
solcher  Kraft  und  Tüchtigkeit,  so  müssen  sie,  nach  meinem
Glauben,  noch  eine  große  Bestimmung  haben,  eine  Bestim—
mung,  welche  um  so  viel  größer  sein  wird  denn  jenes  gewaltige
  erk  der  Serstörung  des  römischen  Reiches  und  der
Gestaltung  des  Mittelalters,  als  ihre  Bildung  jetzt  höher  steht.
ber  die  Seit,  die  Gelegenheit  vermag  ein  menschliches  Zuge
nicht  vorauszusehen  und  menschliche  Kraft  nicht  zu  beschleunigen
  oder  herbeizuführen.  Uns  einzelnen  bleibt  inzwischen
nur  übrig,  einem  jeden  nach  seinen  Talenten,  seiner  Ueigung
und  seiner  Stellung,  die  Bildung  des  Dolkes  zu  mehren,  zu
stärken  und  durch  dasselbe  zu  verbreiten  nach  allen  Seiten,
und  wie  nach  unten,  so  auch,  und  vorzugsweise,  nach  oben,
damit  es  nicht  zurückbleibe  hinter  den  anderen  Dölkern,  sondern
  wenigstens  hierin  voraufstehe,  damit  der  Geist  nicht  verkümmere,
  sondern  frisch  und  heiter  bleibe,  damit  es  nicht
verzage,  nicht  kleinmütig  werde,  sondern  fähig  bleibe  zu  jeglicher
  großen  Tat,  wenn  der  Tag  des  Ruhmes  anbricht.

Gneisenau  an  Clausewitz
über  die  Derblendung  im  Hauptquartier  der  Derbündeten.

Frankfurt  a.  M.,  16.  November  1815.

Der  große  lange  Mann  sder  königs,  der  die  Leute,  die
er  nicht  mag,  rückwärts  über  die  Schulter  ansieht,  findet  es
sehr  töricht,  daß  man  über  den  Rhein  gehen  will.  Das
sei  ja  vorher  gar  nicht  die  Absicht  gewesen,  warum  man  denn
jetzt  erst  auf  diesen  aberwitzigen  Gedanken  komme?  Der  Rhein
sei  ja  ein  Kbschnitt;  da  müsse  man  stehen  bleiben  und  sich
erst  wieder  etwas  herstellen,  um  dem  Feind  den  Übergang  zu
verwehren.  Was  uns  dann  die  am  andern  Rheinufer  angingen?
  Wir  würden  doch  wohl  nicht  die  lächerliche  Idee
haben  wollen,  nach  Daris  zu  gehen?  und  solches  Seug  mehr.
AKm  Ende  hat  keiner  den  andern  überzeugt  und  wir  schieden
sämtlich  auseinander,  ohne  zu  wissen,  was  geschehen  würde.

Die  Fürsten  am  Rhein.
Am  hhein  angekommen,  war  die  große  Frage:  ob
man  hinübergehen  sollte  oder  nicht?  Die  Osterreicher  wollten

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