Marschall  Macdonald  über  seine  AKrmee.

Macdonald  stand  mit  den  wenigen  Trümmern  seiner  Krmee
während  des  Uovembers  in  Kleve.  Dort  suchte  ihn  der  Senator
Beugnot  im  Zuftrage  Napoleons  auf,  um  sich  mit  ihm  über  die
Bedürfnisse  seiner  Armee  zu  bereden.  Macdonald  sagte  zu  ihm:

Wollen  Sie  eine  Besichtigung  meiner  rmee  vornehmen?
Das  wird  nicht  lange  dauern;  sie  besteht,  was  das  Dersönliche
betrifft,  aus  meiner  PDerson,  die  Sie  schon  vor  Kugen  haben,
und  derjenigen  meines  Generalstabschefs,  des  Generals  Grundler,
  der  hereinkommen  wird;  und  was  das  Sachliche  betrifft,  so
besteht  sie  bis  jetzt  aus  vier  Strohstühlen  und  einem  Tisch
von  Tannenholz.  Ich  schreibe  alle  Tage  nach  Daris,  daß
es  ein  schlechter  Spaß  ist,  das,  was  Sie  vor  Kugen  haben,  die
„Krmee  des  Marschalls  Macdonald“  zu  nennen;  ich  verlange
mit  lauter  Stimme  eine  wirkliche  Armee;  denn  ich  bin  weit
entfernt,  die  allgemeine  Meinung  zu  teilen,  daß  der  Feind
nicht  über  den  Rhein  gehen  werde.  Ich  brauche  nur  die
Richtung  seiner  Truppen  zu  sehen,  die  sie  selbst  mitten  im
Winter  verfolgen  werden,  um  mich  zu  überzeugen,  daß  selbst
der  Rhein  nicht  das  Siel  seines  Marsches  ist;  und  meiner
Treu,  wenn  der  Kaiser  dem  Feinde  nur  Krmeen  von  der
Stärke  der  meinigen  entgegenzustellen  hat,  so  brauchen  unsere
Gegner  nicht  eher  als  in  Haris  halt  zu  machen.

(Mach  Pfister,  Kus  dem  Lager  der  Derbündeten.)

Kus  Krndts  Slugschrift:  „Der  Rhein  Deutschlands
Strom,  aber  nicht  Deutschlands  Grenze.“

(Dezember  1813.)

Der  Rhein,  Deutschlands  Strom,  aber  nicht
Deutschlands  Grenze.  Ich  meine  mit  dieser  Überschrift:
die  beiden  Ufer  des  Rheins  und  die  umliegenden  Lande  müssen
deutsch  sein,  wie  sie  sonst  waren,  die  entwendeten  Lande  und
Menschen  müssen  dem  Daterlande  wieder  erobert  werden.
Ohne  den  Rhein  kann  die  deutsche  Freiheit  nicht  bestehen.
Diese  Meinung  gründet  sich  zunächst  auf  mein  herz,  auf
meine  Liebe  zum  Daterlande  und  zu  meinem  Oolke:  diese
Liebe  ist  den  Redlichen  vielleicht  ein  ehrwürdiges  Ding,  aber

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