großen  Beruhigung  stellte  der  Heind  mit  der  zunehmenden

Nachtstunde  das  Feuer  von  selbst  ein,  und  die  geängsteten

Stadtbewohner  kehrten  in  ihre  Behausungen  zurück.
(Memoiren  des  Marschalls  Macdonald.)

Der  gefährliche  Champagner.

Die  nachfolgende  Begebenheit  trug  sich  zu,  als  Norck  gegen
Marschall  Macdonald  vor  Chalons  stand  (3./5.  Sebruar  1814).

Graf  henckel  erzählt:  Mittlerweile  hatte  das  Tiraillieren
in  der  Vorstadt  ziemlich  nachgelassen.  General  von  Norck
schickte  seinen  Reitknecht  in  die  Vorstädt,  um  etwas  zu  trinken
zu  verschaffen.  Nach  längerem  Verweilen  kam  derselbe  be—
trunken  wieder  zurück  mit  einigen  Slaschen  Champagner.
Da  der  General  ihn  hart  darüber  anließ,  versicherte  er,  daß
die  Fechtenden  in  der  Vorstadt  noch  weit  mehr  betrunken  seien
als  er.  Der  General  schickte  den  Chef  des  Generalstabs,  Obersten
  von  Valentini,  sogleich  dahin  und  erhielt  von  diesem
die  Meldung,  daß  die  Infanterie  der  Avantgarde,  die,  neun
Stunden  im  Gefecht,  beinahe  zwei  Chargierungen  verschossen
hatte,  nicht  allein  gänzlich  erschöpft  sei,  sondern  auch  nach
einer  mehrtägigen  Entbehrung  aller  kräftigen  Nahrungs—
mittel  zum  größten  Teil  der  Wirkung  des  Champagners  nicht
hätte  widerstehen  können,  den  man  in  reichlichster  Masse  in
den  Kellern  der  Vorstadt  gefunden  hatte.  Mehrere  Ceute,
berauscht  vom  ungewohnten  Eetränk,  welches  sie  als  Weißbier
  stempelten,  hatten,  die  Weinflaschen  in  der  hand,  ihren
Tod  dicht  vor  der  Stadtmauer  gefunden,  der  sie  sich  genähert
hatten,  um  dem  geinde  Beweise  ihrer  herzhaftigkeit  zu  geben.
Diele,  von  der  einschläfernden  Macht  des  Meins  übermannt,
ruheten  auf  den  gefährlichsten  Posten  und  vergaßen  ihre
Drangsale  und  Gefahren.  Dabei  hatte  die  zweite  Brigade  einen
bedeutenden  Derlust  an  Toten  und  Blessierten  erlitten  und
war  auf  diese  Weise  nicht  mehr  völlig  schlagfertig.  Der
kommandierende  General,  einen  Überfall  der  Garnison  fürchtend,
  ließ  daher  sogleich  die  zweite  Brigade  durch  die  siebente
ablösen

Der  Magistrat  klagte  beim  kommandierenden  General,

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