ein  Angriff  kaum  möglich,  und  viele  mochten  nicht  wissen,
ob  sie  sich  unter  Feinden  oder  Freunden  befanden.  Die
russischen  Artilleristen  haben  feindliche  Reiter  mit  den  Wischern
  von  den  Pferden  heruntergeschlagen.  Sowie  wir  nun  in
der  dunklen  Nacht  durch  den  Wald  zogen,  war  unfre  Stellung
fortdauernd  eine  höchst  gefährliche,  und  obgleich  wir  keinen
konzentrierten  Angriff  hier  zu  besorgen  hatten,  wußten  wir
doch  nicht,  was  vor  oder  hinter  uns  vorging.  So  fortreitend,
unterhielt  ich  mich  mit  Obrist  von  Oppen.  Es  entstand  eine
Derwirrung  hinter  uns;  er  ritt  zurück,  um  zu  erfahren,  was
es  war,  und  ist  nie  wieder  erschienen.

Der  Wald  läuft  ununterbrochen  einige  Stunden  fort,  der
Rückzug  durch  diesen  dauerte  lange,  anfänglich  ritten  wir
langsam,  aber,  wie  es  geschah,  weiß  ich  nicht,  allmählich
ward  der  Ritt  immer  schneller,  zuletzt  ein  wahrer  Galopp.
Es  ward  zwar  später  geleugnet,  man  behauptete,  nie  aus
dem  gemäßigten  Trabe  gekommen  zu  sein,  aber  ich  kann  mich
nicht  täuschen.  Mein  Pferd  geriet  in  die  Gewalt  der  allgemeinen
  Bewegung;  ich,  ein  sehr  mittelmäßiger  Reiter,
vermochte  nicht,  es  anzuhalten.  So  ward  ich  in  eine  unfreiwillige
  Berührung  mit  dem  Grafen  von  Gsoltz]  versetzt;  dieser
schalt  heftig,  und  ich  vermochte  nicht,  mein  Pferd  zurückzuhalten.


Bei  Etoges  hörte  der  Wald  auf,  wir  rückten  immer  weiter,
erreichten  Bergières  und  quartierten  uns  wieder  in  demselben
Dorwerk  ein,  das  wir  zwei  Tage  früher  verlassen  hatten.
Keiner  bekümmerte  sich  um  den  anderen,  ein  jeder  suchte,  wo
er  konnte,  einen  Ruheplatz.  Eteffens,  Was  ich  erlebte.)

Gneisenau  über  die  Unfälle  Blüchers  an  der  Marne.

Warum  stand  die  Krmee  Schwarzenbergs  so  lange  auf
demselben  Raum  an  der  Seine?  In  Daris  klärte  sich  das
Rätsel  auf.  Kaiser  Franz  gestand  dem  Kaiser  Klexander,
daß  er  sauf  Metternichs  Ratj]  nach  der  Schlacht  bei  Brienne
dem  Fürsten  Schwarzenberg  geheime  Instruktionen  gegeben
  habe,  die  Seine  nicht  zu  überschreiten,  weil  man
Frieden  schließen  wolle.  So  leichtsinnig  war  man  verfahren,

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