Ich  kann  gar  wohl  dulden,  daß  Journalisten,  Tugend—
bundisten  und  was  dergleichen  mehr  sein  mögen,  vollauf
schrien:  „Ach,  hätte  an  der  Spitze  dieses  schönen  heeres  ein
anderer  gestanden,  was  wäre  da  nicht  Großes  zu  tun  gewesen?“
  —  Kber,  ich  könnte  nicht  in  der  heimat  mit  Dir
ruhig  genießen,  was  uns  der  gütige  Hhimmel  Gutes  beschert
hat,  wenn  mein  Gewissen  mir  sagte:  „Du  hast  nicht  den  Mut
gehabt,  das  Urteil  der  Welt  zu  verachten;  du  hast  nicht  nach
deiner  Überzeugung  gehandelt,  und  darum  ist  ein  schönes  heer
zum  Triumphe  Frankreichs  zerstäubt.“

Diel,  sehr  viel  muß  ich  ob  diesem  Entschlusse,  die  Schlacht
nicht  anzunehmen,  bitter  leiden;  denn  mit  stolzen,  eitlen,  unwissenden,
  Soldaten  spielenden  Souveräns  geplagt  zu  werden,
ist  eine  grauenvolle  Marter.  Ich  blieb  aber  bei  meiner  An—
sicht  felsenfest  stehen  und  nichts  konnte  mich  erschüttern.

Ich  zog  mich  in  größter  Ordnung  hinter  die  Kube;  Blücher
nahm  seinen  Weg  rechts  ab,  um  sich  mit  Wintzigerode  und
Bülow  zu  vereinigen.  Kuf  diese  Weise  wird  des  Feindes  Zufmerksamkeit
  sehr  geteilt;  meine  Reserven  stehen  zwischen
TChaumont  und  Langres,  und  so  kann  ich,  wenn  Kugereau  aus
dem  Saonetal  her  meine  Korps  zurückdrängen  sollte,  diese
sogleich  unterstützen  und  im  schlimmsten  Falle  die  an  der
Aube  vorpoussierten  Armeekorps  aufnehmen.

General  Dorcks  Strenge  gegen  Hlünderer.

Eraf  henckel  erzählt  unterm  2.  März  1814:  Bei  den  angreifenden
  Märschen  und  unsäglichen  Entbehrungen  war  etwas
  Unordnung  in  die  Truppen  geraten,  und  die  Orte,  die
wir  durchschritten,  waren  vielfach  geplündert  worden.  Gene—
ral  Dorck  hatte  sein  Hauptquartier  am  2.  in  Oulchy  le  Cha—
teau,  in  einem  soeben  von  allen  Einwohnern  verlassenen
Schlosse.  Da  wurden  plötzlich  die  Brigadiers  und  Regimentskommandeure
  nach  dem  Hauptquartier  beordert;  nachdem  wir
versammelt  waren,  trat  der  kommandierende  General  unter
uns  und  begann:  „Meine  herren,  ich  habe  geglaubt,  die
Ehre  zu  haben,  ein  preußisches  Armeekorps  zu  kommandieren;
ich  kommandiere  aber  eine  Räuberbande.  Meine  herren,

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