Der  Sreiherr  vom  Stein  an  seine  Srau
vom  Kongreß  zu  Chatillon.

Chaumont,  5.  März  1814.

Wir  erwarten  alles  von  dem  tapferen  alten  Blücher,  und
werden  hoffentlich  bald  aus  diesem  schlechten  Loch  kommen,
wohin  wir  ohne  Erund  gegangen  sind,  und  wo  wir  ohne
Ursach  bleiben.

Dorcks  nächtlicher  Angriff  bei  Laon.
Nacht  vom  9.  auf  den  10.  März  1814.

Marschall  Marmont  hatte  sich  am  9.  März  mit  UNapoleon
bei  Laon  vereinigt.  Im  Norckschen  Korps  kam  man  auf  den  Ge—
danken  eines  nächtlichen  Angriffs.  Norck  griff  ihn  sofort  auf  und
berief  alle  Offiziere.  Ein  Zugenzeuge  sagt:  „dieser  Moment  war
einer  der  brillanten  des  Generals  Dorck.“  „Gott“  hieß  die  Parole,
die  Losung  „Friedrich“.  Die  Korps  von  Bülow  und  Wintzigerode
hatten  sich  mit  Blüchers  Krmee  vereinigt.

Graf  henckel  erzählt:  Es  war  mit  Gewißheit  vorauszusehen,
  daß  das  Korps  des  Marschalls  Marmont  uns  am
andern  Tage  angreifen  sollte;  nach  der  Zusicht  des  kommandierenden
  Generals  war  es  schwächer  als  wir.

General  Dorck  gab  nun  auf  der  Stelle  folgende  Disposition
  zu  einem  nächtlichen  Angriff,  nachdem  er  die  Genehmigung
  des  Fgürsten  Blücher  eingeholt  und  mit  dem  General
Kleist  das  Nähere  noch  besprochen  hatte:

„Sobald  es  völlig  dunkel  ist,  greift  die  Division  Prinz
Wilhelm  Kthis  klöstlich  Laon]  an,  die  Division  von  Horn
geht  rechts  vom  Dorfe  vor,  alles  in  geschlossenen  Bataillonskolonnen
  bei  möglichster  Stille,  bis  man  an  den  Feind  kömmt!
Es  fällt  kein  Schuß,  der  Angriff  geschieht  nur  mit  dem  Bajonett.
  Während  das  erste  Korps  durch  Zthis  und  längs
den  Zäunen  dieses  Dorfes  vordringt,  wird  das  zweite  Korps
auf  der  Chaussee  vorgehen  und  General  Sieten  mit  der  Kavallerie
  dem  Feind  in  den  Rücken  fallen.“

Der  himmel  war  sternklar,  der  Erdboden  etwas  glatt  und
gefroren.  Man  sah  allmählich  die  Biwakfeuer  des  Feindes
entstehen,  der  dabei  überaus  sorglos  zu  Werke  gegangen
sein  mußte,  denn  die  RKttacken  des  Drinzen  Wilhelm  und  Ge—
nerals  Horn  glückten  auf  das  glänzendste,  so  daß  das  Korps

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