liche  Anhänglichkeit  und  die  Überzeugung,  daß  es  ein  dem
Besten  des  Vaterlandes  dargebrachtes  Opfer  sei,  vermochten
meine  Lage  erträglich  zu  machen.  Mehrere  Tage  waren  auf
diese  Art  langsam  dahingegangen;  den  Entschluß,  das  Krmeekommando
  niederzulegen,  hatte  ich,  so  oft  er  zur  Kusführung
kommen  sollte,  stets  glücklich  bekämpft;  zugleich  ward  meinerseits
  alles  angewendet,  dahin  zu  wirken,  daß  der  eigentliche
  Krankheitszustand  des  Feldmarschalls  so  viel  als  möglich
ein  Geheimnis  blieb.  Ebenso  wie  man  einst  der  Armee  den
Tod  ihres  Leldherrn  Cid  verschwieg,  weil  man  den  nachteiligen
Eindruck  fürchtete,  welcher  von  der  Gewißheit  dieses  großen
Derlustes  untrennbar  war,  ebenso  waren  die  Folgen  zu
fürchten,  welche  die  Entfernung  des  Feldmarschalls  in  diesem
Kugenblick  notwendig  haben  mußte.  Er  nur  war  eine  Bürgschaft
  für  die  Einheit  im  Handeln  von  so  verschiedenartigen
Bestandteilen;  seine  Taten  und  der  erlangte  Ruhm  hatten  ihn
so  hoch  in  der  Meinung  gestellt,  daß  er  nie  Gegenstand  der
Eifersucht  oder  der  beleidigten  Eigenliebe  irgendeines  der
Unterfeldherren  werden  konnte.
(Ferdinand  von  Nostitz,  Tagebuch.)

Die  KArmee  Napoleons  will  nicht  mehr  kämpfen.

Daris  hatte  am  30.  März  1814  kapituliert.

Macdonald  erzählt:  Durch  den  Fall  der  hauptstadt  war
die  schon  bestehende  Entmutigung  in  den  Reihen  des  heeres
bedeutend  gewachsen.  Diele  Mannschaften  verließen  ihre  Fahnen
  und  begaben  sich  in  ihre  heimat.  Obwohl  im  eigenen
Lande,  fehlte  es  uns  an  allem.  Die  TLeute  lebten  nur  von
dem,  was  sie  sich  durch  Plündern  verschaffen  konnten.  Selbst
Generale  gaben  ihrem  Überdruß  lauten  ZKusdruck.  Einer  derselben
  weigerte  sich,  eine  unsern  Marsch  belästigende  feindliche
Kbteilung  anzugreifen,  indem  er  vor  seiner  Truppe  erregt
rief:  „Mir  wollen  nicht  mehr  kämpfen,  wir  wollen  endlich

Frieden  haben!“  (memoiren  des  Marschalls  Macdonald.)
Das  lithauische  Dragonerregiment  auf  dem  Montmartre


am  30.  März  1814.
Graf  henckel  erzählt:  Während  der  Seit,  daß  die  Kon-391

