Beim  hinaufsteigen  der  Treppe  begegnete  uns  Monsieur
le  Comte  d'Artois.  Gneisenau,  der  ihn  nicht  kannte,  ging  an
ihm  vorbei.  Dem  Prinzen  indessen  mußte  er  aufgefallen
sein,  denn  derselbe  rief  mich  heran  und  fragte  nach  dem
Uamen  des  Generals.  Als  ich  ihn  nannte,  bat  er  mich,  denselben
  mit  ihm  bekannt  zu  machen,  worauf  ich  den  General
zurückrief  und  ihn  vorstellte.  Gneisenau  verzog  bei  einzelnen
ihm  gesagten  schmeichelhaften  Worten  keine  Miene  und  machte
der  Unterhaltung  durch  eine  Verbeugung  selbst  ein  Ende.

Trinkspruch  Blüchers  nach  der  Einnahme  von  Paris.
April  1814.
Mögen  die  Früchte,  welche  durch  die  Schwerter  der  Armee
gesichert  worden,  durch  die  Federn  der  Minister  nicht  wieder
vernichtet  werden  !

Sar  Klexander  J.  schmeichelt  den  Harisern.

Reiche  erzählt:  Jehr  hoch  nahmen  es  die  Franzosen  auf,
als  die  Klliierten  eine  weiße  Binde  um  den  Krm  anlegten.
[Auch  die  Farbe  der  Bourbonen  ist  weiß.]  Um  den  Sranzosen
ein  Kompliment  zu  machen  und  als  Erinnerungszeichen  bekam
  die  russische  Uationalkokarde  eine  weiße  Einfassung.
Überhaupt  ließ  es  sich  Klexander  angelegen  sein,  der  französischen
  Eitelkeit  zu  schmeicheln,  wo  er  nur  konnte.  Als  man
ihm  im  ersten  Freudenrausche  Dorwürfe  machte,  daß  er  nicht
früher  gekommen  sei,  erwiderte  er,  daß  die  französische
Tapferkeit  ihn  daran  gehindert  habe.

(von  Reiche,  Memeoiren.)

Bülow  und  Bernadotte  in  Haris.

Reiche  erzählt:  Wir  saßen  gerade  an  der  Mittagstafel,
als  mit  einem  Male  eine  vierspännige  Extrapost  mit  zurückgeschlagenem
  Wagen  vorfuhr.  Ich  erkannte  den  Kronprinzen
von  Schweden,  worauf  Bülow  aufsprang,  wir  ihm  nach,  dem
Kronprinzen  entgegen.  Beide  Heldherren  umarmten  sich  auf
das  herzlichste,  alle  vorhergegangenen  Mißbelligkeiten  schienen
  vergessen.

Bülow  konnte  es  sich  jedoch  nicht  versagen,  dem  Kron-590

