prinzen  mit  einigen  scharfen  Sarkasmen  aufzuwarten,  indem
er  ihm  die  Worte  entgegenrief:  Monseigneur,  vous  venez  trop
tard,  Louis  XVIII.  est  proclamé  roi  de  France!  (hoheit,  Sie
kommen  zu  spät,  Ludwig  XVIII.  ist  zum  König  von  Frankreich
ausgerufen  !)  Es  ging  nämlich  die  Sage  in  der  Krmee,  daß
der  Kronprinz  RKbsichten  auf  den  französischen  Thron  habe  und
deshalb  auch  nicht  untätig  gewesen  sei,  sich  einen  Anhang
in  Frankreich  zu  verschaffen.  Man  wollte  sogar  wahrgenommen
  haben,  daß  schon  seit  geraumer  Seit  Korrespondenzen  mit
Frankreich  gepflogen  worden  seien.  Und  es  gab  eine  Seit,
wo  ein  Derdacht  gegen  den  Kronprinzen  entstand,  als  sei  eri
mit  dem  Feinde  im  Einverständnisse.
(von  Reiche,  Memeiren.)

Der  Sturz  Napoleons.

Uach  der  Eroberung  von  Haris  stand  den  Verbündeten  die
Kufgabe  bevor,  zunächst  den  Kaiser  Uapoleon  unschädlich  zu  machen,
dann  übernahmen  sie  es,  den  Bourbonen  den  Weg  zum  Uhron  zu
ebnen,  und  endlich  wartete  ihrer  die  Riesenarbeit,  unter  sich  selbst
die  eigenen  Angelegenheiten  zu  erledigen.  Talleyrand  stellte  sich
an  die  Spitze  einer  provisorischen  Regierung.  In  einer  Sitzung  des
Senats  vom  2.  Zpril  1814  wurde  der  Kaiser  Napoleon  und  sein
Haus  des  Thrones  verlustig  erklärt.  Km  3.  Zpril  ging  der  Marschall
  Marmont  mit  6—7000  Mann  zu  den  Bourbonen  über,
kurz  darauf  der  Marschall  Ney.  Napoleon  war  mit  wenigen
Getreuen  in  Sontainebleau,  südlich  von  Daris.  Am  4.  Kpril
entsagte  Napoleon  zugunsten  seines  Sohnes  und  der  Regentschaft
unter  der  Kaiserin  Marie  Luise  dem  AUhron.  biese  Kbdankung
wurde  von  den  Derbündeten  nicht  angenommen.  Zm  6.  Kfpril
entschied  sich  Napoleon,  als  er  den  allgemeinen  Abfall  von  seiner
Sache  sah,  für  sich  und  seine  Familie  bedingungslos  den  Kronen
von  Frankreich  und  Italien  zu  entsagen.  Km  selben  Tage  wurde
der  Bourbon  TLouis  Stanislaus  Kaver  vom  Senat  auf  den  Königsthron
  Frankreichs  berufen.  Km  11.  Kpril  unterzeichnete  Uapoleon
den  Dertrag  von  FSontainebleau,  der  ihm  die  Insel  Elba  als  Zufenthalt
  anwies.  Die  Hreußen  hatten  jetzt  schon  seine  Verbringung  nach
St.  Delena  vorgeschlagen.  Napoleon  zeigte  sich  im  Unglück  nicht
immer  seiner  würdig.  Doch  das  Bild  des  Maisers,  wie  er  am
20.  April  im  Schloßhof  von  Fontainebleau  vor  dem  Rest  seiner
Garde  stand  und  ihr  seine  Kbschiedsworte  zurlef,  stolz,  wehmütig
und  entrüstet,  —  dies  hat  sich  dem  Gedächtnis  der  Welt  für
immer  eingeprägt.  Am  4.  Mai  landete  er  in  Porto  Ferrajo  auf
der  Insel  Elba.  Am  J.  Mai  war  er  an  Korsika  vorbeigesegelt,
von  dem  er  ausgegangen.  Am  selben  Uage  hatte  Ludwig  XVIII.
seinen  Einzug  in  Paris  gehalten.  Dieser  König  war  in  allen
Stücken  das  Widerspiel  seines  gewaltigen  Vorgängers  in  der  Macht.

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